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Allgemein, Altersvorsorge, Vermögensbildung

Mit 50 aufhören zu arbeiten, geht das?

Screenshot 2016-04-10 15.54.58Mich treibt diese Frage schon lange um. Als ich mein Buch „Finanziell frei“ veröffentlicht habe, bekam ich von anderen Bloggern die Rückmeldung, dass bei meinem Bericht der Eindruck entstünde, ich würde immer noch selbst erstaunt auf mein Vermögen und die sich eröffnenden Möglichkeiten blicken. Das stimmt!

Entsprechend schwer fällt es mir, daran zu glauben, dass mein Vermögen mich und meinen Mann tatsächlich bis zum Lebensende versorgen wird. Also loszulassen, dem Leben, den Finanzmärkten und mir zu vertrauen, dass alles gut gehen wird. Stattdessen arbeite ich immer noch, wenn auch dosiert. Und baue dazwischen immer mal Finanztabellen, um einen guten Überblick zu bekommen, ob mein Geld tatsächlich reichen wird.  Die Tabelle, die ich Dir als Beispielrechnung auch hier zuschicken werde, errechnet für mich, dass mein Vermögen bis über 100 reichen wird. Auch wenn es nur eine Rechnung ist, mit vielen Variablen, sie gibt mir Orientierung und ein bisschen Sicherheit.

Für Dich habe ich sie beispielhaft umgestaltet, so dass Du auch damit rechnen kannst. Meine Beispielrechnung für Dich ist für eine 30 Jährige, sie geht bis zum Jahr 2084. Da wäre Frau Kusterfaru 99 Jahre alt. Frau Musterfrau verdient heute 30.000 € netto, hat 5.000 € auf der hohen Kante und hat ein passives aktuelles Einkommen von jährlich 1.000 €. Nach meiner Rechnung kann sie mit 50 aus der aktiven Arbeit aussteigen. Trotzdem wird ihr Geld bis zu ihrem Tod reichen.

Dabei hängt alles an den Annahmen, die dabei getätigt werden. Im wesentlichen sind dies die Lebenshaltungskosten, die ich mit 2% Inflation steigen lasse. Frau Musterfrau ist sparsam, sie braucht im Monat 1.500 €, den Rest spart sie. Dann legt sie das Kapital in Aktien, Immobilien und anderen Anlageformen an, die ihr 5% Rendite im Durchschnitt bringen. Aktien haben dies in den letzten Jahrzehnten erreicht, dennoch können wir natürlich nicht in die Zukunft schauen. Solange sie noch arbeitet, steigt ihr Gehalt jährlich um 1% und das passive Einkommen laufend um 3%. Letzteres spielt eine größere Rolle ab dem 50sten Lebensjahr, sie plant dann mit passiven Einkommen von 500 € im Monat und einer weiteren Steigerung von 3%. Zugegeben, dies ist natürlich ambitioniert, gerade im höheren Alter. Außerdem bekommt sie ab 67 eine Rente von 15.000 €.

Dies ist eindeutig eine Musterrechnung.  Wenn Du die Tabelle haben willst, um selbst mit Deinen Zahlen zu rechnen, dann kannst Du die Tabelle hier bestellen. Ich freue mich auch über Feedback, ob ich einen Denkfehler in meiner Rechnung habe. Oder auch nur Rechenfehler. Bewusst bin ich mir, dass dies eine Rechnung mit vielen unbekannten Variablen ist. Du kannst mit ihnen spielen. Das habe ich auch getan. Den größten Einfluss hat die Höhe Deiner Lebenshaltungskosten und die Rendite auf das Kapital. Lässt Du dieses auf dem Sparbuch liegen und trägst in die Renditespalte 0,5% ein, kannst Du die ganze restliche Rechnung vergessen.

Mein Fazit: Jede Rechnung, wie diese, erhöht die Sicherheit und die Vorfreude auf neue Möglichkeiten. Dennoch bleibt das Leben ein Risiko und genau wird man heute nicht wissen, wie die Zukunft sein wird. Aber das gilt ja sowieso nicht nur für die Finanzen, sondern allgemein. Ich wünsche Dir viel Spaß beim Rechnen mit Deinen eigenen Finanzen.

 

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Über Monika - die Frau mit dem Geld

Das Thema Geld interessiert mich, weil ich mit 45 finanziell frei war. Durch ein bisschen zufällige und im Nachhinein geschickte Geldanlagen kann ich von meiner Rendite leben. Meine Geschichte habe ich als Monika Reich im Buch "Finanziell frei" aufgeschrieben. Über weitere Entwicklungen blogge ich hier und tausche mich gerne mit den anderen Frauen (und Männern) aus.

Diskussionen

11 Gedanken zu “Mit 50 aufhören zu arbeiten, geht das?

  1. Hallo Monika, toll, ich finde diese Seit und Deine Berechnung Klasse. Aber ich hätte das früher wissen müssen, leider bin ich schon 55 und werde trotz meiner Ersparnisse bis an mein Ende arbeiten müssen. LG

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    Verfasst von Tina Loy | 10. April 2016, 10:37
  2. Ich stelle mir oft die Frage, ob finanzielle Freiheit als Frau und Familiengründung zusammenpassen. 30.000 netto sind ein sehr gutes Einkommen, vor allem für eine Frau. Frauen verdienen alleine aufgrund der Berufsauswahl meist deutlich weniger. 1000€ monatliches passives Einkommen setzen Mieteinnahmen oder z.B. ein Depot im sechsstelligen Bereich voraus. Lebenserhaltungskosten mit 1500€ sind durchaus realistisch – sofern man keine Kinder hat. Bei einer Akademikerin geht es damit ab 30 theoretisch los.

    Ich halte das Erreichen der finanziellen Freiheit für eine ledige Person oder ein Doppelverdiener-Paar mit gutem Verdienst als absolut realistisch. Da geht es um das wann und nicht das ob. Aber Frauen mit Kinderwunsch müssen vor allem zwischen 30 und 40 mit starken Gehaltseinbußen rechnen. Wenn es dann noch um die Finanzierung eines Studiums geht, geht es den Eltern auch zwischen 50-60 noch mal richtig an den Geldbeutel. Nehmen wir mal 500€ pro Monat für ein Kind an (es verdient sich noch selbst etwas dazu), sind das 30.000€ pro Kind für 5 Jahre Studium in Regelstudienzeit. Aus diesem Grund sehe ich meine jetzigen Bestrebungen als Ergänzung zu meiner Arbeitskraft, nicht als kompletten Ersatz. Aus aktueller Sicht möchte ich mit 50 gar nicht aus dem Arbeitsleben austreten, da es als Mutter da im besten Fall erst richtig wieder losgeht, wenn die Kinder aus dem Gröbsten raus sind. Sollte ich aus gesundheitlichen Gründen zum Aufhören gezwungen werden, wäre ich natürlich über jeden finanziellen Puffer froh.

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    Verfasst von Ex-Studentin | 10. April 2016, 15:05
    • Liebe Jenny,

      ich hab die Tabelle erstellt, damit jede, die daran Interesse hat, damit rechnen kann, wann was geht. Ob es mit Kindern geht, weiß ich nicht genau. Hier ist vielleicht eher der Blog http://whatlifecouldbe.eu interessant, weil dieses Pärchen mit einem Kind finanziell frei lebt. Es geht also schon, aber sicherlich muss der Partner mitspielen und dem Kind wird man hier und da auch Konsumwünsche ausreden müssen. (Was bestimmt nicht immer einfach ist…)

      Noch ein kleines Missverständnis will ich für die Beispielrechnung klarstellen. Ich gehe von 1000 € jährlichem passiven Einkommen aus. Da habe ich eher an Einnahmen aus einem Buch oder einem Blog gedacht. Ich finde, ca. 80,- € pro Monat sollten da schon drin sein. Der Satz ist aber tatsächlich missverständlich, ich ändere ihn gleich im Text noch.

      Viele Grüße
      Monika

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      Verfasst von Monika | 11. April 2016, 7:09
      • Danke für deine Antwort! Die Autoren vom genannten Blog habe ich sogar schon getroffen. 2 süße Kids. 🙂 Interessanterweise haben sie wie du ihr Glück in Immobilien gefunden.

        Wenn alles klappt, sehen wir alle uns im Sommer hoffentlich in Budapest.

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        Verfasst von Ex-Studentin | 11. April 2016, 20:47
  3. Hallo,

    Ich hab die Tabelle gestern mal ausprobiert. 1.000 Euro passives Einkommen im Jahr ist für die meisten Leute zu niedrig angesetzt (sind ca. 83 Euro/Monat, das kriegen viele mit einem einzigen Ebook hin).

    Was ein wenig doof ist: Excel kann nur linear rechnen und baut in seiner Rechnung stur das Kapitalvermögen auf. Das ist natürlich Unsinn, mit 90 macht man das nicht mehr. Vielleicht könntest Du die Spalte „Gewinn/Verlust“ in „Überschuss“ oder so ähnlich umbenennen. So lange der Überschuss positiv ist, kann ich dieses Geld zum Reinvestieren einsetzen. Wird er negativ, entspricht es dem Betrag, der aus dem Kapitalvermögen entnommen wird, um die Lebenshaltungskosten zu bestreiten. Ansonsten, sehr gute und nützliche Tabelle.

    P.S. Wenn Du magst, darfst Du gerne auf meinem Blog vorbeischauen. Ich schreibe ebenfalls über passives Einkommen.

    Grüße,
    Markus

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    Verfasst von Markus | 13. April 2016, 9:30
    • Hallo Markus,

      ja, ich denke, jede Person kann die Tabelle für die eigenen Zahlen und Annahmen aktualisieren. Ich habe an meiner Tabelle schon viel rumgespielt und bei mir hören die passiven Einkünfte mit 75 auf. Dies lässt sich einfach erreichen, indem man das Feld in dem Jahr auf 0 setzt. Ich habe mich aber entschieden, die Formeln bis ins hohe Alter anzulegen. Denn es gibt ja auch passive Einkünfte und Tantiemen, von denen auch die Erben noch profitieren werden.

      Viele Grüße Monika

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      Verfasst von Monika - die Frau mit dem Geld | 13. April 2016, 13:24
  4. Hallo,

    ich finde die Tabelle gut und glaube auch daran. Allerdings würde ich für mich selbst einen deutlichen Puffer einplanen, falls die Aktien mal fallen. Denn schließlich verzehre ich Vermögen und wenn die Kurse gerade niedrig sind könnte das unverhältnismäßig viel sein. Dann nützt auch eine anschließende Erholung nichts mehr.

    Dieses Risiko zusammen mit dem Risiko der Langlebigkeit ist schwer zu beziffern. Aber wenn es Dich mit 70 hart trifft ist halt nicht mehr viel retten, falls nicht vorgesorgt wurde. Ich habe mir daher 40 als Ziel gesetzt und bis 50 hänge ich dran, um sicher zu sein. Vielleicht auch nicht ganz… 😉

    Grüße, Alex

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    Verfasst von reichplanung | 15. August 2016, 15:14
    • Hallo Alex,

      ja, diese Gedanken kenne ich allzu gut. Natürlich habe ich mit der Tabelle viel gebastelt und immer wieder Zinssätze ausprobiert. Auch die wirklich niedrigen. Je nachdem, wie man „spielt“, ist das Geld dann mit 95 zu Ende. Oder schon mit 82. Aber was macht man dann? Mein Mann meinte auf die Frage, dann musst Du halt Selbstmord begehen, wenn das Geld weg ist. Aber das jetzt schon planen? Das wäre ja absurd. Im Augenblick versuche ich, das Ersparte noch nicht anzufassen, sondern von passiven und einigen wenigen aktiven Einkünften zu leben. Einfach aus der Angst heraus, es könnte dann doch nicht reichen. Ich weiß, dass das vielen so geht und der Puffer wahrscheinlich am Ende deutlich zu hoch ist. Tschüs Monika

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      Verfasst von Monika - die Frau mit dem Geld | 16. August 2016, 10:16

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