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Allgemein, Geldmuster

Das Positive im Negativen finden

So, da bin ich wieder. Mit meinem Selbstreport zur Veränderung meiner negativen Gedanken. In meinem letzten Post hatte ich eingangs ja berichtet, dass einige meiner negativen Geldgedanken schon sehr hartnäckig sind. Denke ich positiv an Geld, taucht so eine kleine nagende Stimme tief aus meinem Unterbewusstsein auf und flüstert: Du weißt aber schon, dass das nicht stimmt, oder? 

Diese Stimme wollte ich bitte noch weghaben. Mit diesem Thema bin ich in ein Coaching vor jetzt knapp drei Wochen gegangen. Gisela hat mich dann aber auf einen anderen Weg geführt, den ich zunächst sehr komisch fand.

Das ist nur ein Teil, das bist nicht Du

Im ersten Schritt hat sie mich eingeladen, diesen Gedanken nicht als meinen Gedanken zu sehen, sondern als den Gedanken von einem Teil von mir. Und da ist ja auch was dran. Ich habe nicht das Gefühl, dass ich diesen Gedanken bewusst, geplant und gesteuert denken. Es passiert einfach.

Nun hat Gisela mich gebeten, dem Teil, der da denkt, einen Namen zu geben. Mir kam spontan Onkel Karl. 

Die positive Absicht von Onkel Karl

Es wird noch schlimmer. Ich hatte jetzt also Onkel Karl in mir. Nun bat mich Gisela, mal zu überlegen, was Onkel Karl für mich positives erreichen wolle. Ich war zunächst baff. Positiv? Der nervt nur. Der soll woanders hingehen. Ich arbeite hier, um im Leben endlich mal auf einen grünen Zweig zu kommen und der schickt immer negative Gedanken. Das bringt doch nichts.

Okay, ich gebe zu, wir mussten ganz schön lange nachdenken. Gisela hat mir dabei erstmal sehr helfen müssen, meine inneren Widerstände zu überwinden. Positive Absichten, so ein Quatsch. Nach langem Suchen konnte ich Onkel Karl zugestehen, dass er vielleicht folgende positive Absichten haben könnte:

  • Er will mich daran erinnern, dass ich mich weiterhin anstrengen muss, um freiberuflich gut voranzukommen.
  • Er ist sehr bedacht, dass ich versorgt bin und treibt mich mit seinen Gedanken an.
  • Onkel Karl gehört klar zur Familie (auch wenn es die Person in real nicht gibt) und mit diesen Gedanken schafft er automatisch eine Verbindung zu meiner Familie. Dort denken die anderen auch so.

Diese letzte positive Intention fand ich am schlüssigsten. Spannend, dass mir mein Unterbewusstsein gleich einen Namen mit Onkel geschickt hat. Da ist Familie ja bekanntlich drin. Da ist auch viel dran. Wenn ich positiv über Geld nachdenke, bin ich nicht mehr bei meinen Eltern und bei meinen Geschwistern. Die jammern immer über Geld.

Mein Gespräch mit Onkel Karl

Gisela hat in ihrem Coachingraum mehrere Stühle stehen. In unseren Geldgesprächen brauchen wir die auch immer, wir sind ja mehrere. Nun bekamen diese eine ganz andere Funktion. Ich sollte mich mit Onkel Karl unterhalten, er bekam einen eigenen Stuhl und ich durfte die Rollen tauschen. Gisela hat am Anfang geholfen, in dem sie auf meinen Sabine-Stuhl gegangen ist und dort meine ablehnende Haltung gegenüber Onkel Karl in Worte gefasst hat. Wenn man das als Onkel Karl anhört, fühlt sich das nicht gut an. Die eigentliche Verhandlung mit ihm habe ich alleine führen können, immer im Wechsel. Ich will den ganzen Dialog hier nicht wiedergeben, aber die Ergebnisse.

Onkel Karl konnte sich gut drauf einlassen, mit seinen Gedanken seltener auf den Plan zu treten, wenn ich meine Eltern öfter besuche und sie so lassen kann, wie sie sind und gleichzeitig über andere Aktivitäten mit ihnen immer wieder eine ehrende Verbindung herstelle. Onkel Karl konnte sich auch darauf einlassen, dass er beim Thema Geld und Arbeit keine Gedanken mehr sendet, weil er verstanden hat, dass ich das schon packe und er mit diesen Gedanken nicht zu einer Lösung beiträgt. Bei diesem letzten Punkt haben wir uns auf einen Stillhaltepakt bis zum Jahresende geeinigt, er war nicht so richtig überzeugt. Aber Gisela hat mich auch ermuntert, die Chefinnenrolle für alle Teile in mir zu übernehmen. Sie brachte das schöne Bild eines Orchesters ins Spiel, mit mir als Dirigentin. Alle dürfen mitspielen, aber eben nicht immer und eben auch nicht immer in derselben Intensität. Ich als Dirigentin darf dies dirigieren und für mich in Anspruch nehmen, wann wer spielen darf. Toll!

Nun lebe ich also seit drei Wochen mit Onkel Karl. Es ist toll. Er taucht tatsächlich manchmal auf. Wenn ich dann meine Eltern anrufe oder mit ihm darüber verhandle, dass ich mich dort bald melden werde, dann zieht sich die Stimme ganz schnell zurück. Und es gab auch schon Situationen, in denen ich ein bisschen bestimmend und gleichzeitig schmunzelnd sagen konnte: Onkel Karl, jetzt nicht! Gute Unterbrechung von negativen Gedanken.

Abgedreht? 

Ich gebe zu, ich finde diese Übung ziemlich abgedreht. Immerhin bin ich doch nicht schizophren. Aber sie funktioniert. Und das ist ja wohl die Hauptsache, oder? Ich bin aber sicher, ihr werdet mich in den Kommentaren ein bisschen rund machen. Oder doch nicht? Ich hab kein richtiges Gefühl dazu und bin gespannt.

 

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Diskussionen

2 Gedanken zu “Das Positive im Negativen finden

  1. Hallo Sabine!

    Alles was wir tun, macht Sinn. Wir tun nichts einfach so, vieles aber passiert in unserem Unterbewußtsein.
    Negative Gedanken hindern Dich, Deine positiven Ziele zu erreichen. Ich finde es eine sehr elegante Lösung, die negativen Gedanken umzuinterpretieren (reframing) und Ihre positive Absicht zu würdigen, Ihnen aber gleichzeitig nicht unbedacht zu folgen, sondern sich mit Ihnen auseinanderzusetzen. Das ist viel wirksamer, als sich negative Gedanken zu verbieten oder krampfhaft positiv zu denken.
    Gerade bei Geld gibt es viele negative Gedankenmuster, die meist aus der Familie übernommen werden. Das hast Du mit dem Namen „Onkel Karl“ vermutlich unbewußt zum Ausdruck gebracht.

    Herzliche Grüße
    Lothar

    Gefällt mir

    Verfasst von Lothar Schmidt | 17. Oktober 2016, 11:22
  2. Hallo Sabine!

    Neulich habe ich das Buch „Hermann“ von Tom Diesbrock gelesen, wo es genau um diesen inneren Kritiker geht.
    Ich glaube, jetzt verstehe ich so langsam, was da drinstand 🙂

    Liebe Grüße
    Hartmut

    Gefällt mir

    Verfasst von Hartmut | 17. Oktober 2016, 19:03

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