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Allgemein, finanzielle Freiheit, Geldmuster, Lesetipp

Wieviel passives Einkommen braucht man wirklich?

Die Definition für die finanzielle Freiheit lautet ja, dass das eigene passive Einkommen höher sein muss als die alltäglichen Lebenshaltungskosten. Nachdem ich nun 5 Jahre finanziell frei bin, kann ich sagen, dass man deutlich weniger passives Einkommen braucht! Zu diesem Thema habe ich schon häufiger was geschrieben, heute setze ich mich anlässlich einer Blogparade von Freaky Finance nochmal an das Thema. Passives Einkommen ist gerade schwer in Mode, ein ganzer Kongress wird dazu nochmal in September online stattfinden.

Etablierte passive Einkünfte

Allerdings kann ich auch aus meinen Erfahrungen berichten, dass es in meinen Augen nur wenige wirklich echte passiven Einkünfte gibt. Dazu zähle ich Einkünfte aus etablierten Kapitalanlagen. Was meine ich mit etabliert? Ich besitze seit etwa 20 Jahren Eigentumswohnungen. Die, die ich schon viele Jahre besitze, nehme ich als etabliert wahr. Es sind dort inzwischen Mieter drin, die pünktlich und verlässlich ihre Miete bezahlen, ich habe eine Hausverwaltung, die sauber arbeitet und in der Summe habe ich mit den Wohnungen wenig aktive Arbeit. Am Anfang meiner Immobilieninvestments war das ganz anders. Ich musste viele Häuser anschauen, noch mehr lesen, Dinge lernen, von denen ich vorher keine Ahnung hatte. Passiv hört sich für mich anders an. Ich war sehr aktiv!

Dasselbe gilt für alle anderen Kapitalanlagen. Am Anfang muss man sich schlau machen und dann hoffentlich richtige Entscheidungen treffen. Kennt man sich aus, wird es einfacher. Notwendige Korrekturen auf bekanntem Terrain fühlen sich nicht mehr so anstrengend an. Dividenden kommen automatisch aufs Girokonto – dies kann man mit Hochdividenden noch tippen, wie Luis erklärt. Diese können wahlweise neu angelegt werden oder eben für die eigenen Lebenshaltungskosten ausgegeben werden.

Die Finanzlady aus Österreich ergänzt meine Gedanken noch durch einen wichtigen Punkt, den ich fast vergessen hätte. Um überhaupt zu etabliertem passiven Einkommen zu kommen, muss man das dafür notwendige Startkapital natürlich erstmal verdienen. Da steckt schon auch Energie drin, die hätte ich fast vergessen.

Als ich vor knapp 5 Jahren den Zustand erreicht hatte, dass meine Mieteinnahmen und Dividenden meine Kosten decken würde, hatte ich erst gedacht, ich habe es geschafft! Denkste. Da ging es erst richtig los mit dem Nachdenken, was man jetzt tun soll. Wenn man seine Zeit nicht mehr für Geld verdienen nutzen muss. Wie all die anderen in meinem Freundeskreis. Aus Spaß habe ich angefangen zu schreiben. 

Meine Lebensgeschichte aus finanzieller Sicht

Unternehmerische Einkünfte, die sich bei Erfolg zu energieintensiven passiven Einkünfte entwickeln können

Bei Büchern vermischt sich ja die Freude darüber etwas mitzuteilen mit dem durch den Verkauf erzieltem passiven Einkommen. Und für beides muss man ziemlich aktiv werden. Ein Buch vermarktet sich nicht von alleine! Ich finde, Bücher, die man selbst schreibt und vertreibt, sind alles andere als passive Einkommen. Das ist einfach sehr viel aktive Energie drin. Im Schreibprozess, wie in der Vermarktung. Und ich behaupte mal, dass das auch für viele andere Angebote zutrifft, wie Webinare, Online-Kurse, Kongresse usw. In allen steckt viel aktive Energie. Meist in der Erstellung, bei der man noch nicht weiß, ob es zu einem Renner wird, mit der man viel Geld verdient oder eben nicht. So richtig passiv ist das für mich alles nicht. Allerdings ist es keine angestellte Arbeit, die ja, wie der Geldschnurrbart bereits beschrieben hat, nicht jedem Spaß macht. Aber es ist in meinen Augen aktive selbständige Tätigkeit. Nichts von passiv am Strand liegen und Cocktails schlürfen.

Nun kommt aber die gute Nachricht: Man braucht weniger, als man denkt! 

Ich glaube, die meisten Menschen, die es geschafft haben, ein bestimmtes Vermögen für die finanzielle Freiheit anzusparen, sind so lebendig, interessiert und fit im Kopf, sie werden nach dem erreichten Ziel nicht nur fernsehen. Und auch nicht langfristig am Strand liegen.

Nachdem mir klar war, dass ich mein Ziel erreicht hatte, habe ich mir bewusst ein paar Wochen frei genommen und nach einigen Jahren auch mal ein paar Monate. Ich wollte sehen, wie es ist, wenn ich gar nicht arbeite. Eine Zeitlang ist es okay, dann wird es ein bisschen langweilig und danach macht Arbeit wieder so richtig Spaß. Das hängt natürlich auch mit meinen heutigen Tätigkeiten zusammen, die mir alle irgendwie Spaß machen und bei denen ich anderen mein Wissen gut mitgeben kann. Dafür wird mir gerne Geld bezahlt, weil das nun mal unser gesellschaftlich am meisten akzeptiertes Mittel zur Anerkennung ist. Und zugegeben, 40 oder mehr Stunden arbeite ich nicht. Eher deutlich weniger. Aber – hier kommt dann das Momentum der Verknappung ins Spiel bei meiner aktiven Arbeit. Menschen, die mit mir zusammenarbeiten wollen, müssen mitunter warten. Ich bin nicht für jeden zu jeder Zeit verfügbar. Das macht mich noch wertvoller und ich kann gute Stundensätze realisieren.

Im Fazit kann ich sagen, dass ich vor 5 Jahren gedacht hatte, mit 2.000 € im Monat kann ich finanziell frei leben. Diese 24.000 € hatte ich mit Miet- und anderen Kapitaleinnahmen erreicht. Heute muss ich eingestehen, dass diese Summe zum einen nicht ganz reicht – mein Lebensstandard hat sich doch ganz schön erhöht. Das macht aber nichts. Denn ich verdiene locker deutlich mehr mit Sachen, die mir Spaß machen und mir in gewissem Maße einfach so zufallen.  Klar, dafür muss ich dann auch Zeit verwenden – aber diese aktive Arbeit, die meistens Spaß macht, die ist völlig okay.

Ich bin dabei!

Allerdings will ich als Selbständige den Puffer aus den passiven Einkünften nicht missen. Nur wäre ein Puffer mit 1.000 € im Monat auch völlig ausreichend. Das wusste ich aber vor 8 Jahren noch nicht – sonst hätte ich auch früher aufhören können, mir immer so einen Druck zu machen. Das scheint sich übrigens bei vielen finanziell freien Menschen so durchzuziehen. Die meisten arbeiten noch und wieder, die meisten haben länger als notwendig gebraucht, um sich einzugestehen, dass sie bereits finanziell frei sind.

Es würde mich freuen, wenn hier in Zukunft mehr Mut dem Sicherheitsdenken Platz macht.

 

 

 

 

 

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Über Monika - die Frau mit dem Geld

Das Thema Geld interessiert mich, weil ich mit 45 finanziell frei war. Durch ein bisschen zufällige und im Nachhinein geschickte Geldanlagen kann ich von meiner Rendite leben. Meine Geschichte habe ich als Monika Reich im Buch "Finanziell frei" aufgeschrieben. Über weitere Entwicklungen blogge ich hier und tausche mich gerne mit den anderen Frauen (und Männern) aus.

Diskussionen

13 Gedanken zu “Wieviel passives Einkommen braucht man wirklich?

  1. Hallo,

    super Blogeintrag.
    In meinem Blog werde ich zeigen wie man am besten online Geld verdienen kann und sich ein passives Einkommen sichern kann. Schaut mal vorbei!

    Gruß
    Pac von GeldundErfolg

    Gefällt mir

    Verfasst von MyBlog | 3. August 2017, 12:15
  2. Hallo Klunkerchen,
    Respekt, dass du die finanzielle Freiheit bereits erreicht hast und Dingen nachgehen kannst, die dich erfüllen.
    Ansporn für alle, die sich noch auf dem Weg dorthin befinden.

    Grüße Geldschnurrbart

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    Verfasst von Geldschnurrbart | 3. August 2017, 12:29
  3. Hallo Monika,

    ja, genau so ist es! Mehr ist als Kommentar eigentlich nicht nötig.
    Ich hatte durch eine im Nachhinein glückliche Fügung die Gelegenheit, es auszuprobieren. Weil die Börse gut lief ist mein Vermögen sogar gewachsen, ohne das ich mich eingeschränkt hatte. Hätte auch anders sein können, aber egal. Danach hatte ich überhaupt keine Angst mehr. Habe auch immer Ideen, was ich noch tun könnte. Hatte sogar wieder Lust, meinen alten Job zu machen, und es auch noch getan. Nur unter anderen Vorzeichen… 😉

    Grüße, Alex

    Gefällt mir

    Verfasst von reichplanung | 3. August 2017, 21:50
  4. Ich bin ja wirklich mal gespannt, was sich für mich ändert, wenn es einmal soweit ist. Wenn in ein paar Jahren meine Grundbedürfnisse durch passives Einkommen gedeckt sind. Ich bin mir sicher, irgendwas wird mir schon einfallen und irgendwie wird das was ich tue auch Geld einbringen, aber ich kann heute noch überhaupt nicht sagen, was das sein wird.

    Deshalb hat mich dein Artikel zum Denken angeregt und ich werde im Hinterkopf behalten, dass die 24.000€ im Jahr vielleicht gar nicht so wichtig sind, um den Schritt aus dem Angestelltenverhältnis hinaus wagen zu können.

    Gefällt mir

    Verfasst von Der will Geld essen | 11. August 2017, 10:51
    • Hi,
      ja, das stimmt. Der Schritt ist ein großer. Ich bin ihn mit dem Zwischenschritt der Selbständigkeit gegangen. Zu dem Zeitpunkt als ich gekündigt hatte, habe ich noch gar nicht gecheckt, dass mein passives Einkommen in naher Zukunft meine Fixkosten decken würde. Das hat sich aber als hilfreich erwiesen, weil ich mir dadurch schon als Angestellte Gedanken gemacht habe, was ich selbständig machen könnte. Und das mache ich jetzt immer noch, wenn auch nur noch mit Lieblingskunden.
      Danke für das Teilen Deiner Gedanken Monika

      Gefällt 1 Person

      Verfasst von Monika - die Frau mit dem Geld | 11. August 2017, 11:11
  5. Hallo Monika,
    Vielen Dank für Deinen Artikel – ich hätte eine Frage an Dich: In meinem Artikel https://meinefinanziellefreiheit.com/2016/06/04/was-bedeutet-finanzielle-freiheit/ einen 30%-igen Aufschlag für die Zeit der finanziellen Freiheit eingeplant. Insb. für Reise und Urlaube erwarte ich nämlich deutlich höhere Kosten, als neben einer Vollzeitbeschäftigung.
    Hältst Du diese 30% Aufschlag aus Deiner Erfahrung für zu viel oder für realistisch.
    Freue mich auf Deine Einschätzung – ggf. muss ich meinen Artikel ja dann anpassen!
    VIele Grüße
    MFF

    Gefällt mir

    Verfasst von Meine finanzielle Freiheit | 18. August 2017, 0:13
    • Hallo MFF,

      ich glaube mein Artikel war ziemlich klar, was MEINE Erfahrung angeht. Deine Erfahrung wirst Du machen und ich kann Dir da keine Empfehlung über meine Erfahrung hinaus geben. Du kannst meine Erfahrung als Anregung annehmen oder es lassen, ich stecke in Deinem Leben und in Deinen Plänen für die finanzielle Freiheit nicht drin. Aber in jedem Fall viel Erfolg.

      Viele Grüße
      Monika

      Gefällt mir

      Verfasst von Monika - die Frau mit dem Geld | 18. August 2017, 9:59
      • Hallo Monika,
        Ich habe diesen und auch Deinen anderen Artikel (https://klunkerchen.wordpress.com/2017/01/31/die-schleichende-inflation-des-alters/) gründlich gelesen.
        Da ich Deine Zahlen nicht nachvollziehen konnte, wollte ich fragen um wieviel Prozent Deine Lebenskosten nun höher waren als gedacht. €2000/€2150/anderer Betrag. Insofern ging es um eine konkrete Frage zu DEINER Erfahrung.
        Viele Grüße
        MFF

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        Verfasst von Meine finanzielle Freiheit | 18. August 2017, 12:01
      • Hallo,

        was genau kannst Du nicht nachvollziehen? Die Aussage, dass es bei mir mehr Inflation gibt als die Statistik errechnet oder die Tatsache, dass das nicht so schlimm ist, weil in meinem Fall sich dann doch viele Beschäftigungen aufgetan haben, die Geld bringen? Das waren die Aussagen der beiden Artikel, ich wollte und will gar nicht so genau über absolute Beträge schreiben.

        Viele Grüße
        Monika

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        Verfasst von Monika - die Frau mit dem Geld | 18. August 2017, 17:37
      • Liebe Monika,
        Dafür habe ich natürlich volles Verständnis, wenn Du keine Beträge nennen magst – auch durch einen %-Satz hättest Du das ja indirekt gemacht.
        Nichts für ungut und viele Grüße
        MFF

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        Verfasst von Meine finanzielle Freiheit | 18. August 2017, 20:52
      • Hallo MFF,
        Prozentsätze setzen voraus, dass sich etwas über einen bestimmten Zeitraum wiederholt und deshalb verallgemeinerbar ist. Sprich, ein Durchschnittswert Sinn macht. Ich kann das bei der Planung der finanziellen Freiheit verstehen, ich mache das auch so, wenn ich in meinen zahlreichen Excel-Tabellen berechne, ob das Geld wohl bis zur Rente reicht. Ich kann dies aber nicht seriös machen, wenn ich auf die letzten 5 Jahre in finanzieller Freiheit zurückblicke. Da war jedes Jahr, ja fast jeder Monat anders. Ich habe ausprobiert, wie es ist, wenn man wenig macht und auch wenig ausgibt, ich habe zwischendurch durch Arbeit ganz gut verdient und trotzdem wenig ausgegeben und auch mal mehr, zwischendurch hat mein Mann zwei neue Implantate bekommen und in einem anderen Jahr waren wir länger in Thailand – beides war ungefähr genauso teuer… in anderen Jahren hatten wir diese höheren Sonderausgaben nicht. Was soll ich sagen? Ich bin schlicht nicht in der Lage, Dir einen seriösen, irgendwie aussagekräftigen Prozentsatz zu nennen. Allerdings kann ich Dir sagen, dass tendenziell das Vermögen mehr wird und nicht schrumpft. Jenseits aller Ängste, die ich gut kenne. Viele Grüße Monika

        Gefällt mir

        Verfasst von Monika - die Frau mit dem Geld | 23. August 2017, 10:21
  6. Hallo, ich finde man sollte wenn dann ein Hobby haben das einem Spaß macht und wodurch man auch etwas verdienen kann. Ich finde man sollte es nicht auf biegen und brechen versuchen passives Einkommen zu generieren. Das ganze ist auch immer eine langfristige Geschichte und wenn man dann in den ersten Monaten nichts verdient, hören die meisten damit auf, wobei wenn du ein Hobby hast, dass dir Spaß macht, dann machst du das auch ohne dem Hintergedanken an Geld.

    Gruß

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    Verfasst von hobbysdiegeldbringen | 22. September 2017, 13:29

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  1. Pingback: Wie sieht die Wahrheit über passives Einkommen aus? - - 10. August 2017

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