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Allgemein, finanzielle Freiheit, Geld sparen, Vermögensbildung

Mit geringem Einkommen die finanzielle Freiheit planen

Finanzielle Freiheit muss früh begonnen werden

Früh anfangen ist ein Schlüssel zur finanziellen Freiheit

Gestern habe ich mich mit Sabine unterhalten. Es wurde ein kleines Streitgespräch. Wir hatten ein Disput über die Chance zur finanziellen Freiheit für jedermann und jede Frau. Ich war der Meinung, dass es im wesentlichen an den Ausgaben liegen würde, ob man diesen Zustand erreichen könne, Sabine war eher der Meinung, dass man unter einem bestimmten Einkommen gar keine Chance dazu hätte. Ich habe dann meine Rechnung auf einem Blatt Papier im Café aufgemacht und bin der Meinung, dass es geht. Zu folgendem Ergebnis bin ich gekommen:

Finanziell frei bei einem Einkommen von 1.500 €? 

Natürlich ist es nicht einfach. Es braucht eine strickte Ausgabenkontrolle. Ein sparsames Leben. Wer nur 25 Jahre im Leben arbeiten und mit 45 wieder aufhören will, der sollte sich an ein sparsames Leben gewöhnen. Aber es geht. Nehmen wir also mal unsere Musterfrau, die hier in Berlin, als sagen wir mal Kindergärtnerin 1.500 € netto verdient und 21 Jahre alt ist.

Sie wohnt in einer WG, fährt viel Fahrrad, leistet sich aber für die Wintermonate ein ÖPNV-Abo. Ihre Eltern wohnen in Göttingen, da fährt sie etwa dreimal im Jahr hin. So sehen ihre Kosten aus:

  • Wohnung: 350 €
  • Internet/Telefon/Handy: 20 €
  • ÖPNV: 60 €
  • DB Fahrten und Busse: 20 €
  • Lebensmittel: 250 €
  • Kleidung und Schuhe: 40 €
  • Hygieneartikel: 20 €
  • Urlaub: 100 €
  • Kultur/Freunde/Spaß: 40 €
  • Reparaturen und Neuanschaffungen von Geräten/Möbeln etc.: 50 €
  • Sonstiges: 50 €

Gesamtkosten: 1.000 €

Bei dieser Rechnung bleiben also 500 € zum monatlichen Investieren übrig. Wie lange muss man dieses Geld sparen, um mit den Kapitaleinkünfte die oben berechneten Kosten zu decken? Ich habe dies mit Hilfe eines Rechners ausgerechnet. In diesem Fall würde unsere 21jährige Frau 25,2 Jahre brauchen. Sie wäre also mit 46 finanziell frei.

Gut wäre es, wenn sie auch weitere Gehaltserhöhungen eher für ihre Rücklage als für die Steigerung ihres Lebensstils nutzen würde. Denn sonst erhöhen sich die Ausgaben und entsprechend mehr Kapital wird später zur Deckung der dann „normalen“ Ausgaben benötigt. Sie könnte allerdings auch damit rechnen, dass sie, auch nachdem sie ihren Vollzeitjob gekündigt hat, weiterhin ein bisschen arbeitet. Freiberuflich in Spitzenzeiten der Kita oder als Babysitterin oder was ganz Anderes. Würde sie damit 300 € im Monat verdienen, könnte sie eventuell schon mit 43 aufhören, voll zu arbeiten.

Arbeiten, obwohl man finanziell frei ist? 

Gestern war auch Gisela zwischendurch dabei. Sie hat uns von ihrem Buchprojekt zum Thema berichtet. Gerade interviewt sie Menschen in Europa, die die finanzielle Freiheit schon erreicht haben. So gut wie alle arbeiten oder wissen, dass sie irgendwann wieder was machen wollen. Und diese Erfahrung habe ich ja nach einem halben Jahr Müßiggang auch gemacht. Gar nichts oder sehr wenig tun, macht keine Freude. Also lässt man sich neue Projekte einfallen. Darunter sind auch immer mal welche, die Geld abwerfen.

Fazit 

Eine Kindergärtnerin kann genauso finanziell frei werden, wie ein IT-Spezialist. Es braucht eine klare Kostenkontrolle und sie muss früh genug anfangen, zu investieren. Denn das war es – glaube ich – was Sabine schon etwas frustriert hat: Mit ihren knapp 40 Jahren kann sie zwar auch anfangen, an ihren Finanzen zu arbeiten. Wenn sie aber 25 Jahre braucht, dann hat sie das Rentenalter eh schon erreicht. So bleibt eigentlich als Ausblick für sie nur, etwas gegen die Altersarmut zu tun. Und ich kann verstehen, dass diese Aussicht viel weniger witzig ist, als 10 oder 20 Jahre vor dem eigentlichen Rentenalter nur noch die Dinge zu tun, die einem selbst sinnig erscheinen. Leider kann auch ich die Zeit nicht zurückdrehen.

Und ihr?

Was haltet ihr von meiner Rechnung? Macht die Sinn? Oder ist so ein Leben einfach viel zu sparsam und der ganze Aufwand lohnt nicht? Wir freuen uns auf Euer Kommentare!

 

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Über Monika - die Frau mit dem Geld

Das Thema Geld interessiert mich, weil ich mit 45 finanziell frei war. Durch ein bisschen zufällige und im Nachhinein geschickte Geldanlagen kann ich von meiner Rendite leben. Meine Geschichte habe ich als Monika Reich im Buch "Finanziell frei" aufgeschrieben. Über weitere Entwicklungen blogge ich hier und tausche mich gerne mit den anderen Frauen (und Männern) aus.

Diskussionen

11 Gedanken zu “Mit geringem Einkommen die finanzielle Freiheit planen

  1. Absolut! Es macht Sinn solche Simulationen / Berechnungen zu machen und dabei konservativ bleiben. Geringverdiener sollen auch über finanzielle Freiheit nachdenken und nicht pauschal behaupten „es sei unmöglich“. Ich wünsche mir das Kindergärtner, Pfleger und alle Menschen die einen enorm wichtigen Beitrag zu unseren Gesellschaft leisten, jeden Tag so zum Arbeit gehen dass die deren Finanzen unter Kontrolle haben und sich nicht über Altersarmut nachdenken müssen. Unsere Welt wäre dann so viel besser.

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    Verfasst von Mr W | 7. November 2016, 11:31
  2. Ich glaube nicht,, dass das realistisch ist. Wo sind die Überlegungen zur Familienplanung? Mit 21 kommt doch vielleicht irgendwann der Punkt, das man (oder Frau) eine Familie und Kinder will. Dann kommen ganz andere Kosten auf einen zu und WG ist dann auch nicht mehr. Damit sind wir dann auch gleich beim Thema, dass Kinder das größte Armutsrisiko in Deutschland sind.
    Ich habe einen Sohn, den ich von Anfang an allein erzogen habe. Der Vater zahlt keinen regelmäßigen Unterhalt, sondern schießt nur zu Specials mal was dazu. Mein Sohn ist mittlerweile 16 und macht gerade ein Auslandsjahr in den USA. Ich bin sehr stolz auf ihn. Er ist zugegeben ein sehr teures Hobby, aber das schönste und beste das mir in meinem Leben passiert ist. Ich bin heute 42 und nicht finanziell frei, aber ich arbeite daran indem ich mich jetzt selbstständig mache (no risk no fun). Auch das ist Freiheit. Ich bin auch froh, dass ich eine relativ junge Mutter war und hätte für kein Geld der Welt darauf verzichten wollen oder warten wollen bis es irgendwann finanziell der richtige Zeitpunkt ist. der kommt dann nämlich nie und man bleibt kinderlos (was auch nicht schlimm ist wenn man das für sich so entschieden hat, bitte nicht falsch verstehen). Aber wenn alle so entscheiden würden würde doch sehr viel Kinderlachen fehlen.

    Gefällt 1 Person

    Verfasst von hanussalke | 7. November 2016, 14:15
    • Hallo Elke,
      ja, alles im Leben hat seinen Preis. Ich kenne auch finanziell freie Menschen, die Kinder habe, aber sicherlich ist es schwer, wenn man das als Kindergärtnerin alleinerziehend und ohne Einkünfte vom Vater stemmen muss. Wahrscheinlich sogar unmöglich. Daran glauben, dass es unmöglich ist, tun aber auch Menschen in viel komfortableren Lebenslagen. Im gleichen Atemzug motzen sie am Sonntag, dass sie Montag „wieder raus müssen“. Sie könnte es ändern, diesen Gedankengang sollten meine Überlegungen anstossen.
      Tschüß Monika

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      Verfasst von Monika - die Frau mit dem Geld | 7. November 2016, 14:24
  3. Sabine kann doch eine ganz andere Motivation haben – vielleicht ist die finanzielle Freiheit mit 45 nicht erreichbar, aber vielleicht mit 60, wenn sie ihr Einkommen fundamental erhöhen würde? Sie ist ja glaub ich keine Kindergärtnerin…und vielleicht ist die finanzielle Freiheit nicht das Ziel, dass ihr Geldverhalten ändern würde, aber ein anderes Ziel, zB Wohlstand im Alter, die Möglichkeit, ihren Lebensstandard generell zu erhöhen oder später usw. usf…mir fallen tausend Gründe ein, mein Geldverhalten positiv zu verändern, da muss es nicht die finanzielle Freiheit mit 45 sein.

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    Verfasst von Marie | 7. November 2016, 15:53
    • Ja, Marie, das stimmt. Das Streitgespräch ging eher darum, ob es für geringe Einkünfte überhaupt möglich ist. Bei mir entsteht da immer eine gewisse Emotionalität – deshalb Streitgespräch – weil es mich ärgert, wenn andere Menschen mich als privilegiert darstellen. So aus der Reihe, Ja Du – aber für mich und Andere ist das gar keine Option. Ist es eben doch, man muss nur bereit sein, für jede Entscheidung im Leben den entsprechenden Preis zu bezahlen. Wie für jede Nicht-Entscheidung übrigens auch. Mir ist das ja auch nicht alles nur zugefallen. Ich habe auch meinen Preis bezahlt.
      Tschüß Monika

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      Verfasst von Monika - die Frau mit dem Geld | 8. November 2016, 8:29
      • Das ist, glaube ich, ein wichtiger Hinweis. Alles Geld wurde ja erarbeitet. Andere geben es für Luxus aus und doch wird ein dickes Auto als Leistung anerkannt, auf finanzielle Freiheit folgt oft Neid. Neid, weil man selbst nicht die Disziplin hatte vielleicht.
        Ich finde Deine Website sehr interessant. Ich selbst schreibe gerade ähnliche Gedanken auf meinem Blog Hardcore-Minimalist. Ich werde mal sehen, dass ich diesen Beitrag da verlinke. Sicher ist diese Vorgehensweise nicht für jeden. Aber wer frei werden will, kriegt damit zumindest einmal einen möglichen Weg gewiesen. Persönliche Ausformungen kommen ja eh. 🙂

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        Verfasst von Martin Döring | 18. Juni 2017, 11:24
  4. Hallo Ihr Beiden,

    ich finde Monika hat recht, es geht für jedes Einkommen. Aber sie hat auch recht damit, dass es eben 20 Jahre dauert.
    Das Problem ist eben, dass sich das Vermögen entwickeln muss und dafür muss wenigstens ein bisschen was angespart werden. Aber hier ist wenigstens zu konstatieren, dass das notwendige Vermögen für finanzielle Freiheit vom benötigten Geld abhängt. Wer einen geringen Lebensstandard hat, braucht auch wenig, wer einen hohen hat, braucht mehr.

    Nach meiner Meinung dürften die Sparanstrengungen in der ersten Hälfte entscheidend sein, danach muss es die Rendite sein. Wenn es nach 20 Jahren noch zu unsicher ist, eben noch ein wenig länger arbeiten, gerne halbtags… 😉

    Grüße, Alex

    PS: Wer es schneller schaffen möchte, bspw. 7 Jahre, soll „How to get rich“ von Felix Dennis lesen. Ich kann es nicht bestätigen (s.o., 20 Jahre ;-), aber er hat es gemacht.

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    Verfasst von reichplanung | 7. November 2016, 20:50
  5. Die Rechnung mit 1500€ zur finanziellen Freiheit ist in meinen Augen nicht realistisch. Wo ist z.B die Krankenversicherung, die schnell teuer wird, v.a, wenn man nicht mehr arbeitet? Denn dann gibt es keinen Arbeitgeberanteil mehr.

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    Verfasst von Martin Lorenz | 10. November 2016, 19:09
  6. Also, das Zahlenwerk zweifeln wir auch an, nicht aber die Aussage des Artikels. Wer auf seine Ausgaben schaut und diese reduziert hat schon viel getan, mehr als andere jedenfalls. Wer es schaffen sollte, seine Ausgaben um eine Schachel Zigaretten ( nur als Beispiel ) pro Woche zu reduzieren und diese Geld in eine Spardose, diese später auf ein Konto und dieses wiederum später anzulegen, hat was erreicht. Wir meinen, es müssen nicht unbedingt Summen an Geld sein, sondern das Bewusstsein wiederfährt eine Änderung. Es kann sich ein Erfolgserlebnis einstellen, wie z.B. super, einmal Miete habe ich schon als Reserve, o.ä. Das kann mann übrigens auch z.B. auf Zeit oder andere Dinge übertragen. Wer immer in Zeitnot oder Hektik ist, kann sich ruhig mal die Zeit nehmen um zu überlegen, wo verliere ich denn soviel, das es bei mir hektisch wird. Wer morgens in Hektik den Tag anfängt oder nach einer zeitlichen Überarbeitung in Ruhe den Tag anfängt, der hat auch schon an Freiheit gewonnen. Vielleicht kann die anders geplante Zeiteinteilung ja auch dazu führen, das es möglich ist, nebenbei etwas zu verdienen und damit wieder ein Schritt in Richtung finanzielle Freiheit. Wer es schafft, sich etwas bewusst vorzunehmen und daran auch arbeitet, kann auch viel erreichen. Wie war das noch, der längste Weg fängt mit dem ersten Schritt an. Nur anfangen muss jeder halt für sich selbst.

    LG
    Plutusandme

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    Verfasst von plutusandme | 12. November 2016, 13:09

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