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Allgemein, Geldmuster

Wie machst Du Deine Steuererklärung?

In diesen Tagen steht auf meiner ToDoListe wieder meine Steuererklärung. Kein großer Aufwand, ich muss mich mal einen Nachmittag hinsetzen und alles bei Elster eintragen. Ich habe dazu keine unangenehmen Gefühle und ich muss es auch nicht lange vor mir herschieben. Sie muss gemacht werden und dann tue ich es halt.

Ich mache meine Steuererklärung schon immer selbst. In den ersten Jahren hat mir eine gute Freundin, die Bilanzbuchhalterin ist, geholfen. Sie hat mir gezeigt, auf was ich achten muss, welche Tricks man legal anwenden darf und wie man das ganze ohne viel Zeitaufwand über die Bühne bekommt. Später habe ich dann aufmerksam Artikel gelesen, in denen es um Steueränderungen geht, so dass ich möglichst aktuell bin.

Im Laufe der Jahre habe ich auch Fehler gemacht. Ich weiß noch, wie ich mit einem Finanzbeamten Briefe hin und hergeschrieben habe. Ich dachte, ich sei im Recht. Irgendwann war er am Telefon. „Frau Reich, ich will Ihnen Ihren Denkfehler mal erklären, darf ich?“. Dann hat er mir in aller Ruhe erklärt, wo ich falsch gedacht hatte und ja, ich hatte da einen Denkfehler drin. Im Anschluss haben wir gemeinsam überlegt, wie ich jetzt am besten meine Steuererklärung korrigieren kann. Eine gute Erfahrung mit einem Menschen, keiner Behörde, die einen per se bestrafen will.

Was genau macht für viele die Steuererklärung so schwierig? 

Ich glaube, es sind zwei Dinge. Einmal machen wir diese Tätigkeit nur einmal im Jahr. Der Abstand zum Vorjahr ist viel zu lang, um sich an die Tätigkeit aktiv zu erinnern. Es stellt sich einfach keine Routine ein. Zum zweiten ist es wichtig, alle Unterlagen im Laufe des Jahres gut zu sortieren und auch zwischendrin schon mal als Excel-Tabelle oder in einer Buchhaltung zu erfassen. Das spart zum einen Arbeit im Mai und es hält unser „Steuererklärungsgedächtnis“ ein bisschen fit.

Ehrfurcht ist unangemessen

Dann gibt es da noch unter meinen Freunden so eine komische Ehrfurcht vor der Steuererklärung. Als ob dies ein Dokument ist, was einen direkt ins Gefängnis bringt, wenn man was falsch macht. Einmal ist meine Erfahrung eine andere, zum anderen glaube ich, dass diese Energie viele Steuerberaterinnen ernährt. Um bloss keine Fehler zu machen, geht man selbst mit einer ganz banalen Steuererklärung lieber zur Steuerberaterin, um bloss keinen Fehler zu machen.

Ich habe inzwischen eine eigene Selbständigkeit, mehrere Immobilien und Kapitaleinnahmen. Immer wenn etwas dazukam, habe ich im Internet die Informationen zusammengesucht, die ich mit dem neuen „steuerlichen Tatbestand“ jetzt angeben musste. Als ich meine erste Immobilie gekauft hatte, habe ich allerdings einmal einen riesengroßen Schreck bekommen. Ich war mit Freunden unterwegs und kam nachts angetrunken nach Hause. Im Briefkasten mein Steuerbescheid, den ich nun in diesem Zustand gleich neugierig geöffnet habe. 35.250 DM Steuernachzahlung. Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wie schlagartig nüchtern ich war! Mein erster Gedanke war, dass die Steuern für eine Immobilie doch erheblich teurer seien, als gedacht. Und ich natürlich den Kauf verflucht habe. Dann habe ich mich aber doch noch hingesetzt und den Steuerbescheid genauer gelesen. Der hohe Betrag wurde auf die Kapitaleinkünfte angesetzt. Hier war mir ein Fehler unterlaufen. Ich hatte 1.410,20 DM Kapitaleinkünfte und habe diese mit dem Betrag hinter dem Komma angegeben. In dieser Spalte ist aber das Komma nicht vorgesehen, also wurden 141.020 DM Kapitaleinkünfte erfasst. Logisch, dass man darauf ganz schön Steuern zahlen darf. Natürlich hat das Finanzamt den Fehler korrigiert, wenn ich auch zugeben muss, dass es eine Weile gedauert hat, bis mich das Mahnsystem der Finanzbehörde entlassen hat. Dennoch, passiert ist eigentlich nichts. Im Finanzamt sitzen Menschen, ich bin ein Mensch – ja, und manchmal macht ein Computer ein paar Überstunden…

Wie machst Du das? Machst Du Deine Steuererklärung selber oder lässt Du diese von einer Steuerberaterin machen? Egal für welchen Weg Du Dich entschieden hast, mich interessieren Deine Beweggründe. Ich freu mich auf viele Kommentare.

 

 

 

 

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Über Monika - die Frau mit dem Geld

Das Thema Geld interessiert mich, weil ich mit 45 finanziell frei war. Durch ein bisschen zufällige und im Nachhinein geschickte Geldanlagen kann ich von meiner Rendite leben. Meine Geschichte habe ich als Monika Reich im Buch "Finanziell frei" aufgeschrieben. Über weitere Entwicklungen blogge ich hier und tausche mich gerne mit den anderen Frauen (und Männern) aus.

Diskussionen

5 Gedanken zu “Wie machst Du Deine Steuererklärung?

  1. Ich habe für 2016 meine erste Steuererklärung abgegeben, bin also noch recht „frisch“ dabei 😉 Habe mich für den Anbieter smartsteuer entschieden, weil ich alle anderen Dinge auch nur noch in der Cloud erledige. Der Online-Assistent hat mich durch alles geführt und die Erstattung war hinterher auch genau das, was das Teil errechnet hat. Werde ich also wahrscheinlich nächstes Jahr genau so machen. Ein bisschen Aufwand war,meine P2P-Kredite dort einzutragen, aber auch das ist ja nur Übungssache..

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    Verfasst von janxb | 17. Mai 2017, 9:40
  2. Schon immer selbst. Mein Vater bestand darauf, daß ich das selbst mache. Während meiner Ausbildung – als letztlich quasi gar nichts „zurückzuholen“ war. Einfach, damit ich die Ehrfurcht vor den Formularen gar nicht erst habe. Ein Steuerformular ist ein Formular wie jedes andere, das man im Laufe seines Lebens ausfüllen muß. Damals war es noch ganz einfach.

    Später wurde es etwas komplexer. Ich hab es immer selber gemacht. Ein wenig ins schwimmen kam ich, als ich eine „Eigentümergemeinschaft“ bildete mit vermietetem Wohnraum. Auch das habe ich hingekriegt.

    Wenn ich unsicher war, habe ich das Formular mit Bleistift ausgefüllt, mich in die Schlange im Servicecenter des Finanzamtes gestellt, alle Belege dabei gehabt und hab einfach gefragt, ob ich es richtig oder falsch gemacht habe. Und siehe da – die Leute da sind nett und hilfsbereit und erklären einem das. Und danach nimmt man sein Zeug wieder mit, füllt es richtig aus und alles ist gut.

    Als meine Mutter Witwe wurde mit Mitte 60 hat sie es genauso gemacht – früher hatte immer mein Vater die Steuererklärung gemacht. Sie dachte sich, es kann kein Hexenwerk sein, die Unterlagen hatte sie sowieso sauber geordnet – und der Bleistift war gespitzt. Und das Servicecenter machte seinem Namen Ehre und war sehr serviceorientiert. Meine Mutter jongliert steuerlich mit Rente, Zusatzrente, Witwenrente und Witwenpension – das ist steuerlich alles etwas aufwendiger – und auch das ist offensichtlich selbst für eine Seniorin in den Griff zu bekommen, ohne mit einem Fuß im Gefängnis zu stehen.

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    Verfasst von Wendy | 19. Mai 2017, 14:32
  3. Ich mache meine Steuererklärung selber. Mal mit Hilfe einer Software und mal wie dieses Jahr einfach so. Ist in meinem Fall nicht kompliziert und ich sehe es nicht als lästige Aufgabe an sondern als Vorbereitung für einen Geldeingang.

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    Verfasst von Noemi | 19. Mai 2017, 23:56
  4. Ich mache meine Steuererklärung auch schon seit Jahren selber. Seit 3 Jahren mit Elster online vorausgefüllt mit Belegabruf. Dieses Jahr hat die Bearbeitung nur 2 Wochen gedauert, solche Zeiten hatte ich nie, als ich noch die Formulare selber ausgefüllt hatte. Weiterer Vorteil, man spart sich die Kopien.

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    Verfasst von Janis | 28. Mai 2017, 17:03
  5. Steuersoftware, Zahlen abtippen und ein bisserl Recherche im Internet. Jedes Jahr geht es ein bisserl schneller.

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    Verfasst von Christian Wimmer | 27. August 2017, 3:09

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