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Geldmuster

Geld denken

IMG_4208Wie denkst Du über Geld nach? Dieser Frage bin ich den August lang nachgegangen. Also nicht, wie Du über Geld nachdenkst, sondern wie ich über Geld denke. Welche Gedanken mir zum Thema Geld im Kopf herumschwirren und wie ich sie bewerte. Anstoss für diese Übung oder besser Überprüfung war ein Coaching mit Gisela, in welchem sie mich ein bisschen provoziert hat. Ihre These war, dass ich, so lange ich überwiegend Geld als Mangelware betrachte und mich über Geld sorge, auch kein wirkliches Geld in mein Leben kommt. Ich habe zunächst gesagt, dass ich mir nur noch ganz selten Sorgen um mein Geld mache.

Sie hat mich eingeladen, dass mal zu überprüfen. Und das habe ich im August gemacht. Ich habe jeden Gedanken zum Thema Geld notiert. Zumindest am Anfang. Später habe ich in meinem kleinen Büchlein nur noch Striche hinter die Kategorien von Gedanken gemacht. Ich muss zugeben, es hat mich ein bisschen erschreckt. Dazu gleich mehr. Der positive Effekt der Übung: Sowie ich mein Büchlein aus der Tasche gezogen und den Gedanken notiert habe, war der Gedanke schon nicht mehr so wirksam. Zumindest oft. Nicht immer.

Im Laufe des Monats habe ich auch manchmal nur gegrinst. Und mir den Gedanken für später gemerkt, um ihn dann noch mit einem Strich in meinem Buch zu würdigen. Und ihn ansonsten ziehen zu lassen. Den Gedanken meine ich.

Hier nun aber meine Übersicht über die verschiedenen Gedanken, die ich in einem Monat zum Thema Geld hatte. Und zwar bereits kategorisiert.

  1. Platz: Meine Panikstimme

Mein ganz persönlicher Spitzenreiter. Erwischt mich in Momenten, in denen ich entweder nicht so ganz da bin oder in denen ich auf mein Konto schaue oder mir ein Kunde absagt bzw. ich einen Auftrag nicht bekomme.

Der Gedankengang ist simple, ich werde es nicht schaffen, irgendwann auf einen grünen Zweig zu kommen, ich werde immer arm sein. Und es gibt ihn noch in so Gedankennuancen von: Bald muss ich Harzt 4 beantragen bis, wer wird mir wohl noch Geld leihen, wenn es gar nicht mehr geht?

  1. Platz: Die „Ich will auch“-Stimme

Ich weiß gar nicht genau, ob sie auch zu den Mangelstimmen gehört. Sie war allerdings recht häufig da und produziert auf jeden Fall Mangel. Denn in der Konsequenz leiste ich mir wahlweise Dinge, die gar nicht unbedingt nötig sind oder ich fühle ein Gefühl von Mangel, weil ich es mir eben nicht leiste. Wenn ich dann auch noch denke: Das kann ich mir nicht leisten, dann bin ich hier wieder voll im Gefühl des Mangels. Blöd aber auch!

Wann sie auftritt: Im Laufe des Tages, wahlweise weil ich gerade unterwegs bin und irgendwas schönes sehe oder weil eine Freundin was hat, was ich auch gerne haben will.

Manchmal trat sie auch beim fernsehen auf, allerdings längst nicht so nachhaltig. Das ich mich nicht mit den Schönen und Reichen im Fernsehen messen soll, dass habe ich längst geschnallt.

  1. Platz: Meine abwertenden Ich-Botschaften

Diese Gedanken haben mich ein bisschen erschreckt. Es handelt sich bei diesen Gedanken um diffuse Gedanken, die von tief unten hoch kommen. Die ich manchmal erst gar nicht als Gedanken identifizieren kann, sondern die sich zunächst eher als unangenehmes Gefühl beschreiben lassen. Erst wenn ich über das Gefühl nachdenke, entstehen aus diesem dann Gedanken, die sich in Worte fassen lassen. Die sind dann vielfältig, beispielsweise:

– Mann, bin ich arm dran.
– Ich hab´s aber auch schwer.
– Ich bin eine arme Socke.
– Ich bin zu erfolglos, um es jemals zu was zu bringen.
– Ich bin es gar nicht wert, so viel Geld von anderen Menschen zu nehmen.

Zugegeben, wenn ich diese Sätze aufgeschrieben habe, dann musste ich manchmal schon ein bisschen über mich grinsen. Zwar war ich weiterhin traurig, aber gleichzeitig wurde mir beim aufschreiben klar, dass ich das heute nicht bin. Und wenn heute, dann nur temporär. Ich hatte das Gefühl, da kommen viele gespeicherte Emotionen hoch. Vielleicht sogar Emotionen, die gar nicht zu mir, sondern zu meinen Vorfahren gehören. Meine Eltern und Großeltern hatten wirklich wenig Geld.

  1. Platz: Die „Das kann ich mir nicht leisten“ – Stimme

Sparen, weil man kann und will ist die eine Sache. Kein Geld ausgeben, weil man gerne möchte und es sich trotzdem versagt, ist nochmal was anderes. Die erste Handlung ist eine Bewusste, die aus einem bestimmten Selbstbewusstsein heraus, getätigt wird. Ich bewundere da Monika, die bei vielen Kaufentscheidungen lachend sagt: Brauch ich nicht. Ohne auch nur in Ansätzen ein Gefühl des Mangels zu entwickeln. Meine Stimme ist da leider anders. Ich entscheide mich nicht bewusst, irgendwas nicht zu brauchen. Ich möchte vieles so gerne haben und versage es mir, weil ich das Geld nicht habe. Oder weil ich es dafür dann doch nicht ausgeben will. Weil ich alle Formen von „Das kann ich mir nicht leisten“ denke. Je nachdem, um was es ging, war es auch tatsächlich schwer, diese Stimme abzustellen. Zum Beispiel brauche ich eigentlich eine neue Software. Sie ist aber eben teuer. „Ich kann es mir nicht leisten“. So wurschtel ich so vor mich hin und immer wenn mir die Software bei meiner Arbeit fehlt, ist auch die Stimme da.

DSCN4505Bei Konsumgütern wie Schuhe, Klamotten oder auch Büchern kenne ich die Stimme auch. Hier kommt sie und geht sie. Viele Sachen kaufe ich dann einfach nicht und es ist okay. Bei einigen Dingen entwickelt sich eine gewisse Hartnäckigkeit. Die Stimme wird eher lauter als leiser. Ich kann zwar beim notieren der Stimme ein bisschen Abstand gewinnen, aber sie kommt wieder. Dann in der Dringlichkeitsstimme „Das muss ich haben“. Bei einem Paar Schuhe und einem Kleid bin ich im August dann auch weich geworden und habe sie mir schlussendlich gekauft. Bei der Software geht das leider nicht. Sie ist so teuer, dass ich das Geld einfach nicht habe.

Es gab noch einige andere Stimmen, die nicht so häufig waren, dass ich sie hier in Kategorien hätte einteilen können. „Das habe ich mir verdient“, kam von Zeit zu Zeit vor. Ich finde, es handelt sich dabei aber auch nicht um eine Mangelstimme. Sie führt nur zu Mangel, wenn ich mir zu oft Dinge leiste, die im Augenblick nur eine Belohnung darstellen, aber eigentlich gar nicht nötig sind.

Ich muss zugeben, ich war selbst überrascht, wie oft ich mich mit Gedanken in einen Mangelzustand bringe bzw. im Endeffekt sogar selbst abwerte. Es gab übrigens auch ein paar positive Gedanken. Das ich immer noch nicht wieder im Dispo bin, das macht mir total stolz. Und darüber habe ich auch nachgedacht. Nur leider sind positive Gedanken bei mir nicht so lang anhaltend. Ich will aber trotzdem erwähnen, dass sie auch da waren und natürlich notiert wurden. Mit einem Gefühl von „Geht doch!“.

Wir haben uns nach dem Monat meine Aufzeichnungen angeschaut und ich fange gerade an, auszuprobieren, mit welchen Methoden ich am besten mehr positive Geldgedanken einüben kann. Wenn ich weiß, was bei mir gut funktioniert hat, schreibe ich Euch wieder.

Bis dahin interessiert mich sehr, wie ihr über Geld denkt? Wie sind Eure Gedankenstränge? Eher im Mangel oder eher im Wohlstand?

Auf jeden Fall weiß ich jetzt, wo der Spruch herkommt: Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen. Er wurde bestimmt von Neidmenschen entwickelt. Aber logisch, dass die Menschen, die über Geld positiv denken, dieses mehr anziehen. Das muss ich jetzt bloss noch hinbekommen.

 

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Diskussionen

8 Gedanken zu “Geld denken

  1. Wow, das klingt nach einer guten Übung mit viel Konsequenz! Glückwunsch!
    Und warum haben positive Gedanken nicht den gleichen Effekt wie negative? Laut Bodo Schäfer „bewertet“ unser Gehirn negative Erfahrungen 11mal stärker als positive! 11 mal!!! Das muss so ein Rest aus der Urzeit sein, wo jede Gefahr gleich absoluter Tod bedeutet hat. (selbst wenn die 11 nicht stimmt, nimm die 3 oder 5, dann passt es auch). Aber ich bin auch dran, mich umzuprogrammieren, und das klappt! Unser Hirn ist ja auch lernfähig 😉

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    Verfasst von Marie | 8. September 2016, 10:25
    • Hallo Marie,

      ja, dass ist schon blöd, dass unser Gehirn so viel mehr an den negativen Gedanken hängen bleibt. Gerade bin ich dabei, positive auszuprobieren und das ist richtig viel Arbeit.

      Tschüß Sabine

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      Verfasst von Sabine - nah am Dispo | 16. September 2016, 9:30
  2. Interessanter Ansatz, um die Geld-Gedanken positiv zu konditionieren. Was mir ein wenig fehlt, ist allerdings das positive Besetzen von Geld-Gedanken, also z.B. wenn etwas gespart werden konnte, wenn passive Einkommensströme eintreffen, etc. neben dem Bekämpfen der negativen Gedanke fände ich das einen guten Anknüpfungspunkt. Auch das Verstärken positiver Gedanken wird nämlich helfen.
    Ich setze beim Sparen und Investieren auf Automatisierung (siehe https://meinefinanziellefreiheit.com/2016/06/30/automatisiertes-sparen/) und kann aus den Ergebnissen jeden Monat wieder positive Motiavtion ziehen.
    Viel Erfolg weiterhin!

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    Verfasst von finanziellefreiheit | 8. September 2016, 11:13
    • Hallo Lukas,
      nun ja, eine Übung die dazu da ist, die negativen Glaubenssätze zu identifizieren, bringt meist nicht viele positive Glaubenssätze hervor, oder? Das ist der zweite Teil, an dem ich gerade dran bin und der in Teilen funktioniert und in Teilen gar nicht hilft. Dazu werde ich dann auch noch etwas schreiben. Die Brücke zu Deinem eigenen Link hier auf unserer Seite ist übrigens diesmal sehr weit hergeholt…
      Schönen Tach Sabine

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      Verfasst von Sabine - nah am Dispo | 16. September 2016, 9:29
  3. …das wollte ich auch gar nicht sagen. Ich denke nur generell, dass positives Konditionieren besser und effektiver ist, als das bekämpfen negativer Gedanken.
    Vielleicht mag die Brücke zum Automatisieren von Handlungsmustern nicht offensichtlich sein, weshalb ich noch etwas ausführen möchte: Gewohnheiten bzw. automatisierte Handlungsmuster in Bezug auf unser finanzielles Verhalten, erfordern kein Setzen von Handlungen. Vielmehr treten die gewünschten Effekte automatisch ein und bedürfen damit keiner Willensentscheidung mehr. Daher kann es gar nicht mehr zu negativen Gedanken kommen, die einem nachhaltigen Verhalten in Richtung finanzielle Freiheit im Weg stehen.
    Zu genau diesem Thema habe ich in den letzten Tagen einen Artikel zu Gewohnheiten geschrieben, die am Weg zur finanziellen Freiheit unterstützen – vielleicht hilft das ja auch weiter!
    https://meinefinanziellefreiheit.com/2016/09/01/gewohnheiten-nutzen-um-finanziell-frei-zu-werden/
    Viele Grüße,
    FF

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    Verfasst von finanziellefreiheit | 17. September 2016, 9:44
  4. Reich sein fängt damit an sich reich zu denken. Nicht zu sehen, was alles nicht geht, sondern mal zu schauen was man alles hat. (Die Definition reich mag ja für jeden anders sein, für mich heißt das immer einen Euro mehr zu haben, als ich benötige.)

    Von Bodo Schäfer kam mal der Tipp, sich den größtmöglichen Schein, den es gibt (also 500€) ins Portmonee zu stecken. Nicht zum ausgeben, sondern um sich daran zu gewöhnen immer Geld zu haben und das in ausreichender Menge – mit einem 500er kann man fast alles anzahlen – ein 500er ist aber zu groß um ihn für Kinkerlitzchen auszugeben und etwas interessantes passiert. Dadurch dass man genug Geld hat, schrumpfen die Wünsche und nein, man verliert seine Geldbörse deswegen nicht. Was zweites interessantes passiert: Geld zieht Geld an. K.A warum – ist aber so.

    Geld ist weder gut noch böse.

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    Verfasst von wedges | 30. September 2016, 23:02

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