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Allgemein, Geld sparen, Geldmuster

Geld belohnt mich nicht wirklich

Ich versuche mich immer mehr im Sparen. Es geht auch immer besser. Ich kann, wenn Geld auf mein Konto eingeht, einen Teil auf mein Tagesgeldkonto überweisen und mir kognitiv sagen, dass ist für meine Sicherheit. So baut sich auch Stück für Stück meine sogenannte Betriebsmittelrücklage auf. Es macht für mich Sinn und ich freue mich, das da jetzt schon knapp 800 € drauf sind. Ein guter Puffer. Eine gute Sicherheit. Ich freu mich.

Stopp, das stimmt nicht. Das Gefühl von Freude stellt sich leider nicht wirklich ein. Da ist keine Emotion mit verbunden; wenn überhaupt eine Steigerung meines Sicherheitsgefühls. Freude fühlt sich lebendiger, leidenschaftlicher, lustvoller an. Freude ist aktuell pures Leben, Sicherheit ist ein Gefühl für die Zukunft. Dazu stellen sich heute kaum Gefühle ein.

Wenn ich mich wirklich für eine geleistete Arbeit belohnen will, dann stellt sich leider kein Belohnungsgefühl ein, wenn ich das Geld auf mein Tagesgeldkonto schiebe. Mitnichten. Im Gegenteil. Es gibt eine kleine Stimme in mir, die lautstark protestiert und die will, dass wir sofort losziehen und das Geld in etwas Gegenständliches umsetzen. Geld ist nur Papier. Ein neues Kleid, neue Schuhe, etwas leckeres zu Essen – wenn man so Geld verwandelt, dann wird Freude daraus! Dann lässt sich Geld anfühlen, dann wird die Belohnung greifbar.

Ja, und eh ich mir jetzt ganz viele Kommentare einhandle, dass ich das auf keinen Fall so machen soll: Ich bemühe mich weiterhin Geld auf mein Tagesgeldkonto einzuzahlen. Immer 20% von der aktuell eingegangenen Zahlung. Aber ich muss für mich aufpassen, dass ich auch mein Bedürfnis nach greifbarer Belohnung nicht völlig negiere. Das ist auch da und leider will dieser Teil von mir was zum anfassen. Ich habe auch schon mal versucht, einen Geldschein anzufassen. Leider lacht mich da meine innere Stimme, die eine greifbare Belohnung haben will, nur aus. Vielleicht schaffe ich es mit kleinen Belohnungen. Neulich habe ich mir, nachdem ich einen Auftrag abgeliefert habe, „nur“ einen günstigen, aber sehr schönen, Schal gekauft. Für diesen Moment hat das gereicht. Auch weil der Schal so schön ist. Ich hoffe, dass ich das beibehalten kann. Eine kleine materielle Belohnung und 20% für die Rücklage.

Wie ist das bei Dir? Legst Du Geld beiseite und wie funktioniert das mit der Belohnung?

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Diskussionen

22 Gedanken zu “Geld belohnt mich nicht wirklich

  1. Hi Sabine,

    warte mal ab, das kommt noch. 800€ ist ja wahrlich noch nicht viel. Wenn du erstmal in dem 4-Stelligen oder 5-stelligen Bereich kommst, wirst du ein ganz anderes Selbstbewusstsein bekommen. Zumindest ist es bei mir so. Ich habe mich anderen Menschen oft unterlegen gefühlt, da ich immer annahm, dass sie mehr Luxus und mehr Geld haben als ich. Aber irgendwie ändert das mein Sicherheitspolster jetzt nach und nach. Es macht mir auch nicht mehr soviel aus, auf neue Kleidung usw. zu verzichten, da ich weiß, wofür ich es mache.
    Ich schaue mir auch immer wieder mal meinen hohen Kontostand auf dem Tagesgeldkonto an, um mir bewußt zu machen, was ich in der letzten Zeit „geschafft“ habe. Da stellt sich nach einer Weile schon der Stolz ein. Probiere es mal!
    Und für kleine Belohnungen gibt es ja Second-Hand-Läden oder andere günstige Dinge. Da hast du auch recht, der Mensch braucht sichtbare Belohnungen und auch immer wieder mal etwas neues. Aber hier kann man einfach sein Budget verkleinern, und muss nicht auf totalen Verzicht umstellen 😉

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    Verfasst von Marie | 14. August 2016, 8:13
  2. Hallo Sabine!
    Geld auf dem Girokonto ist Arbeitsmittel, das macht mir auch keinen Spaß. Geld auf dem Tagegeldkonto ist
    Sicherheitsreserve, da geht es mir wie Dir und so richtig Freude kommt nicht auf.
    Aber es kommt Zufriedenheit auf, nicht weil das Polster wächst, sondern weil es da ist.

    Aktienfondsanteile kaufen macht mir mehr Spaß als Schuhe kaufen, ich bin aber auch ein Mann 😉

    Ich glaube Belohnungen sind wichtig (handle aber noch zu wenig danach – ich sollte üben, mich zu belohnen),
    aber Dinge kaufen ist als Belohnung grenzwertig – wie viele Aufträge im Jahr lieferst Du ab und was machst
    Du mit den ganzen Schals, wenn du jedes Mal einen günstigen Schal kaufst?

    Wenn Du den Schal kaufst, warum genau belohnst du dich *so* für den Erfolg?

    Denk doch mal darüber nach, als Belohnung mit einer Freundin/Kollegin einen gemütlichen Kaffee zu trinken und den Projektabschluss so zu feiern – Qualitätszeit statt Qualitätszeug – dann sammelt sich weniger Zeug an. Und separat davon geh durch deinen Kleiderschrank und überlege, wo Lücken sind und wie du sie schließt. Aber nicht als Belohnung sondern weil es Lücken sind.

    Liebe Grüße
    Hartmut

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    Verfasst von Hartmut | 14. August 2016, 11:28
    • Hallo Hartmut,

      Du meinst also, ich soll noch ein bisschen durchhalten, dann wird es besser? Ich schau mal.
      Danke Dir für Dein Feedback und Deine Gedanken.
      Viele Grüße
      Sabine

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      Verfasst von Sabine - nah am Dispo | 16. August 2016, 10:40
  3. Hi Sabine,
    Glücksgefühle beim Sparen zu erwarten, ist wirklich etwas viel verlangt. Dein Vergleich mit „instant gratification“ durch Konsum natürlich etwas schief. Das Sicherheitsgefühl einerseits und andererseits auch das Eintreffen von passiven Einkommensströmen (Miete, Zinsen, Dividenden & Co) sollten aber dann doch eine schöne Entschädigung für die Sparanstrengungen sein.
    Schau Dir mal folgende drei Artikel an, vielleicht helfen sie Dir weiter!
    https://meinefinanziellefreiheit.com/2016/06/30/automatisiertes-sparen/
    https://meinefinanziellefreiheit.com/2016/07/14/kleingeldsparen/
    https://meinefinanziellefreiheit.com/2016/07/28/wie-man-mit-dem-sparen-beginnt/
    Viele Grüße,
    FF

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    Verfasst von finanziellefreiheit | 14. August 2016, 11:38
    • Warum soll man denn eigentlich keine Glücksgefühle beim Sparen erwarten? Vielleicht ist es man es noch nicht gewohnt, aber das kommt. Ähnlich, wie wenn man Diät macht. Am Anfang hat man viel Hunger und der Verzicht fordert viel Kraft. Aber wenn die ersten Kilos purzeln, freut man sich und hat auch Motivation, weiter zu machen!

      Man muß sich bei jedem kleinen Erfolg einfach selbst loben. Sagen, hey, das hast du toll gemacht. Das ist viel stärker, als jede physische Belohnung!

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      Verfasst von Marie | 14. August 2016, 12:48
      • Hi Marie,

        ich kann nur verweisen auf die Antwort, die ich grad der Ex-Studentin geschrieben habe. Ich ticke da komplett anders. Übrigens auch bei Diäten. Da purzeln die Pfunde eben gerade weniger, wenn ich schon eine Weile dabei bin. Und das frustriert so, dass ich es lasse. Wobei ich jetzt hier bitte keine Diskussion zum Sinn oder Unsinn von Diäten lostreten will. Ich will nur nochmal deutlich machen, dass mein Belohnungssystem erstmal nicht darauf eingestellt ist, mich über eine Summe auf dem Bankkonto zu freuen. Höchstens über die Gedankengänge, sie wieder auszugeben. Das geht auch für etwas längerfristige Ausgaben, für die ich sparen muss. Aber am Ende steht der Gedanke des Ausgebens. Alles andere muss ich mir erarbeiten. Und eingeübte Verhaltensweisen lassen sich eben nicht so einfach auslöschen. Viele Grüße Sabine

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        Verfasst von Sabine - nah am Dispo | 16. August 2016, 10:35
      • Hi Sabine,
        (kann jetzt irgendwie nur unter meinen eigenen Kommentar schreiben). Ok vielleicht war der Vergleich mit der Diät nicht der treffendste. Aber wie gesagt, öffne deinen Blick/dein Gehirn/deine Weltsicht dafür, dass sich Verhaltensweisen und Belohnungsmuster ändern können. Wie gesagt: Warum denn nicht? Natürlich ist es anfangs nicht total toll gewesen, meinen Kontostand aufzurufen und Zahlen anzustarren. Aber das wurde, je höher die Zahlen wurden, immer besser. Und je mehr ich drauf gestarrt habe, desto mehr wurde mir klar, was ich damit erreicht habe – als freiberufliche Musikerin, die jahrelang gar nix gespart hatte 😉 Da du ja scheinbar eine ähnliche Lebenssituation hast, kannst du das auch 😉 Ob es dir leicht oder schwer fällt, lang oder kurz dauerst, entscheidest ebenfalls du 🙂 Fröhliches Sparen weiterhin!

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        Verfasst von Marie | 16. August 2016, 17:22
      • Danke Marie,

        ich freu mich, wie sehr ihr Euch bemüht, mir Mut zu machen. Und es verfehlt seine Wirkung nicht.
        Danke Sabine

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        Verfasst von Sabine - nah am Dispo | 16. August 2016, 17:24
    • Lieber Lukas,

      danke Dir für Dein Feedback. Beim Eintreffen von passiven Einkommensströmen bin ich weit entfernt. Ich bin froh, wenn ich nicht im Dispo bin und wenn ich für die Steuer und andere verzögerte Ausgaben genug Geld zurücklegen kann. Klar und das vermittelt mir schon ein gutes Gefühl. Die Panikattacken, die ich schon hatte, wenn ein Steuerbescheid kommt und auf dem Konto kein Geld ist, die will ich nicht mehr haben. Aus dieser Erinnerung heraus, kann ich mich schon ein bisschen motivieren. Viele Grüße Sabine

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      Verfasst von Sabine - nah am Dispo | 16. August 2016, 10:39
  4. Ich lege von meinem Gehalt relativ viel jeden Monat zurück. Ich rechne immer um, wie viele Monate ich von diesem Geld leben könnte. Das beruhigt mich ungemein. Meine Sparrate ist so gewählt, dass ich von dem Rest gut leben kann und ich mein Erspartes die letzten Jahre noch nicht nutzen musste. Wenn ich mal ein schönes Kleidungsstück sehe, denke ich an die 4 Kleidersäcke, die ich letztens erst aus meinem Schrank ausgemistet habe. Ich will nicht noch mehr Dinge kaufen, um sie nach einmal tragen wieder in die letzte Ecke zu legen.

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    Verfasst von Ex-Studentin | 14. August 2016, 15:56
    • Liebe Jenny,

      ich fürchte, da ticke ich halt komplett anders. Du bist Monika sehr ähnlich, die findet meine Gedanken auch total abwegig. Aber wir sind da einfach unterschiedlich „programmiert“. Trotzdem lieben Dank für Deinen Kommentar, mindestens Monika hast Du glücklich gemacht. Die sagte zufrieden am Telefon „siehste“. Viele Grüße Sabine

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      Verfasst von Sabine - nah am Dispo | 16. August 2016, 10:32
  5. Wenn ich mich angestrengt habe und etwas Tolles geleistet habe, z.B 4 Wochen mein Fitnessprogramm eingehalten habe, dann fühle ich mich rundum wohl, zufrieden mit mir selbst, bin stolz auf mich, warum muss ich mich dann noch belohnen? das Glücksgefühl ist doch schon eine superschöne Belohnung, mit Geld eigentlich nicht aufzuwiegen, also irgendein Kauf eines Artikels, was auch immer könnte das Glücksgefühl nicht wirklich steigern.

    Es gibt aber auch Frustkäufe, Alles geht schief, man ist wegen irgendwas traurig und möchte dieses miese Gefühl loswerden, ein wenig Balsam auf eine wunde Seele geben, dann kauft man sich was, es wirkt sicher im Moment, aber nicht lange, leider…. und beim nächsten Frust steht man wieder da und braucht ne neue Tube Balsam, einmal erkannt, fällt man dann hoffentlich nicht mehr so schnell drauf rein.

    Kleider und Nippes sind jetzt nicht unbedingt mein Ding, letzthin habe ich mich mit Arbeitskolleginnen spontan privat getroffen, irgendwie kamen wir auf Bücher zu sprechen und Eine war begeistert von Haruki Murakami, auf dem Nachhauseweg kam ich an einem Büchergeschäft vorbei, ich kaufte mir Eines seiner Bücher und das war für mich dann ein schöner Ausklang unserer netten Runde, gefallen hat mir das Buch auch noch, davon hab ich einfach mehr.

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    Verfasst von Annabella | 14. August 2016, 23:09
  6. Wenn etwas sinnvoll erscheint, es aber schwer fällt, dann hilft zunächst mal, es zu automatisieren. Also Dauerauftrag und weg vom Girokonto.
    Vielleicht hilft Dir aber auch eine andere Perspektive: Eine Rücklage macht unabhängig, spart hohe Kreditzinsen (brauchst keinen Dispo) und kannst sie, wenn Du sie mal nicht mehr brauchst auflösen. Mit anderen Worten: Geht was schief, musst Du niemanden um Hilfe bitten und kannst eigenständig Dein Problem lösen. Geht nichts schief, kannst Du das feiern und Deine Rücklage auflösen und Dir davon etwas besonderes gönnen.
    Herzliche Grüße
    Lothar

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    Verfasst von Lothar | 15. August 2016, 15:56
  7. Ich empfehle dir das Buch „Magic Cleaning“ von Marie Kondo. Wenn du nach ihrer Methode angefangen hast, deine Wohnung durchzugehen und aufzuräumen, hörst du automatisch auf, ständig neue Sachen zu kaufen. Man verliert quasi die Lust an unnötigen, neuen Dingen 😉

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    Verfasst von Marie | 15. August 2016, 19:33
    • Danke für den Tipp, liebe Marie.
      Ausmisten ist ja nicht so mein Ding, obwohl ich Dir Recht gebe, wenn man es dann mal gemacht hat, fühlt man sich besser.

      Tschüß Sabine

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      Verfasst von Sabine - nah am Dispo | 16. August 2016, 10:27
  8. Unmittelbare Freude im Moment des Sparens, also beim Abführen von Geld auf meine Tagesgeldkonten, empfinde ich auch nicht. Beim Kauf von Wertpapieren hingegen schon manchmal. Aber es mit wachsenden Rücklagen bin ich innerlich immer ruhiger geworden. Aktuell ärgere ich mich öfter über meinen neuen Vorgesetzten. Aber ich habe mehr als ein Brutto-Jahresgehalt auf der hohen Kante und weiß daher dass ich jederzeit kündigen könnte, wenn es mich *wirklich* nerven würde. Ich merke, dass die innere Haltung bei Kollegen, die keine Rücklagen oder gar Schulden haben, da deutlich anders ist.
    Kurz gesagt: sofortige Glücksgefühle bringt mir das Sparen nicht, aber mittelfristig hat es mir große innere Ruhe und Gelassenheit geschenkt.

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    Verfasst von Kaktus | 13. September 2016, 17:20
    • Lieber Kaktus,

      ich gebe Dir Recht. Rücklagen zu haben, um mal einen Kunden abzulehnen, dass könnte eine reizvolle Motivationsbrücke sein.
      Danke für die Idee.
      Viele Grüße Sabine

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      Verfasst von Sabine - nah am Dispo | 16. September 2016, 9:26

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