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Allgemein, Geld sparen

Versicherungen? Wie abgesichtert muss frau sein?

IMG_3709Ich habe mir in den letzten Tagen meine Versicherungen vorgenommen. Freunde hatten erzählt, dass sie einiges gekündigt hätten und im Laufe des Gesprächs wurde mir bewusst, dass mir gar nicht so genau klar war, welche Versicherungen ich eigentlich habe. Also habe ich mir erstmal einen Überblick verschafft. Dazu habe ich zunächst aus drei verschiedenen Ecken alle Versicherungspolicen und Unterlagen zusammengetragen und ordentlich in einen Aktenordner geheftet. Schön Versicherung für Versicherung. Dann habe ich mir diese angeschaut und habe in unseren Geldgesprächen auch nochmal mit den anderen Damen überlegt, was ich wirklich brauche und was vielleicht nicht. Hier meine subjektive Einschätzung, die auf mich stimmt, aber nicht für Dich stimmen muss:

 

Haftpflichtversicherung

Die brauche ich! Ich finde sogar, die braucht jeder. Denn wenn was wirklich schief geht, dann springt diese Versicherung auch mit größeren Summen ein, die man selbst nicht stemmen kann. Allerdings war ich bei einem Anbieter versichert, der mich jährlich 119 € gekostet hat. Mit einem kleinen Versicherungscheck im Internet zahle ich jetzt nur noch 79 €. Der Vergleich hat sich also gelohnt, auch wenn er ein bisschen zeitaufwendig war, weil man ja schon ins Kleingedruckte gehen muss, um zu sehen, dass nicht Dinge ausgeschlossen werden, die wichtig sind.

 

Hausratversicherung

Ich bin mutig und habe keine! Ich wohne in einer ländlichen Gegend, in der nicht viel eingebrochen wird. Es gibt auch gar nicht viel zu holen. Mit meinem Partner hatte ich eine. Vorher auch. Zwanzig Jahre lang. Für diese habe ich in etwa jährlich 200 € bezahlt. Macht 4.000 € über die zwanzig Jahre. Es ist bloss nie jemand eingebrochen. Als ich dann in meine neue Mietswohnung eingezogen bin, habe ich erstmal keine Zeit gehabt, eine Hausratversicherung abzuschließen. Teure Möbel stehen in der Wohnung nicht. Die Einbauküche gehört zum Mietmobiliar, ist also im Zweifel auch über den Vermieter abgesichert. Also falls mal alles abbrennen sollte. Wenn ich bei den Sachen, die in der Wohnung sind, den Zeitwert bekäme, dann ist es eh nicht viel. Für mein Gefühl, geben Hausratversicherungen eine Scheinsicherheit, die dann in der Praxis nicht wirklich greift. Ganz zu schweigen, dass in unserer Gegend einfach wenig passiert. Mal schaun, welche Kommentare ich auf diese Entscheidung einheimse, sie ist wohl doch sehr umstritten. Aber ich sehe hier gerade keinen Änderungsbedarf.

 

KFZ-Haftpflichtversicherung

Da habe ich mich gefreut, als ich diese mit der Abmeldung meines Autos kündigen durfte. Die Rückzahlung für 2016 deckt locker die Monatskarte für Bus und Bahn in der Gegend. Lange das Pro und Contra hier zu diskutieren, lohnt nicht. Wer ein Auto in Deutschland anmelden will, braucht diese. Sie fällt nur weg, wenn man kein Auto hat. Und sie war bei mir mit 780 € jährlich eine teure Versicherung. Mit Teilkasko. Würde ich noch ein Auto haben, wäre dies mein einziger Diskussionspunkt. Brauche ich die Teilkasko wirklich oder könnte ich diese Kosten im Notfall nicht auch allein bezahlen und den Prämienanteil dafür sparen?

 

Berufsunfähigkeitsversicherung

Hier bin ich konservativ, hier habe ich das Gefühl, die brauche ich. Ich habe noch knapp 16 Jahre zu arbeiten. Sollte ich diese Zeit nicht mehr arbeiten können, würde ich mit der Erwerbsunfähigkeitsrente, die mir die Rentenversicherung zahlt, ziemlich dumm da stehen. Laut Rentenbescheid wäre es gerade mal 600 €. Ich habe in meiner Berufslaufbahn immer wieder über Strecken selbständig gearbeitet. Da sind Lücken in der Rentenversicherung entstanden. Sollte ich komplett berufsunfähig werden, zahlt meine BU nochmals 1.000 €. Mit 1.600 € werde ich leben können. Also zahle ich hier weiterhin die Prämie. Ein weiterer Grund, warum ich diese jetzt nicht kündige ist das Alter. Ich zahle in meine BU seit 20 Jahren ein. Entsprechend niedrig sind die Sätze, weil ich früh angefangen habe. Jetzt zu kündigen, würde zwar Geld sparen, aber die gesamte Zeit, die ich bereits eingezahlt habe, in den Wind schreiben. Sollte ich mich dann in einigen Jahren doch noch mal für eine BU entscheiden, gäbe es fast keine Versicherung mehr, die mit einer knapp 60jährigen überhaupt einen Vertrag abschließt. Und wenn, dann zu ganz anderen Konditionen.

 

Rechtsschutzversicherung

Hatte ich noch nicht und brauche ich auch nicht. Die Prämien empfinde ich hoch, die Einschränkungen als groß. Viele Rechtsfälle werden gar nicht abgedeckt. Eh ich mich also im Streitfall auch noch mit einer Versicherung rumärgern muss, habe ich mich entschieden, mich möglichst wenig im Leben zu streiten. Bisher ist das auch ganz gut gelaufen. Selbst bei meiner Trennung hätte ich keine Rechtsschutzversicherung gebraucht. Allein schon, weil ich mich mit dem Vater meiner Tochter nicht vor Gericht treffen wollte. Das haben wir alles so geklärt. Vielleicht nicht immer zum besten finanziellen Nutzen für mich, aber mit möglichst geringen emotionalen Schäden. Und letzteres ist mir da einfach wichtiger.

 

Zusatzkrankenversicherung

Die habe ich und die rechnet sich auch in jedem Jahr. Ich bin eine Freundin von alternativen Heilmethoden. Diese erstattet meine Zusatzkrankenversicherung bis maximal 400 € im Jahr. Meist sind meine Kosten höher. Und damit habe ich die Versicherung auch abgenutzt, was die Beitragszahlung angeht. Dazu kommt die Absicherung für Zahnersatz und Zusatzzahlungen zur Brille. Beides muss ich leider von Zeit zu Zeit – und mit zunehmendem Alter immer mehr – in Anspruch nehmen. Wenn es auch keine billige Versicherung ist, sie wird bleiben. In dieser ist auch eine Auslandskrankenversicherung enthalten. Bei Reisen außerhalb Europas empfinde ich diese als wichtig.

Hier konnte ich auch durch die Lektüre der Policen ein bisschen was sparen. Ich wusste nämlich gar nicht, dass in der Zusatzkrankenversicherung Reisen ins Ausland mit abgesichert waren. Also hatte ich noch eine gesonderte Auslandskrankenversicherung. Diese habe ich flugs gekündigt. Mit 11 € zwar nicht der Brocken, aber immerhin.

 

Was es sonst noch so gibt

Die Versicherungswirtschaft lässt sich dann ja noch viele Versicherungen einfallen, die ich aber alle nicht habe. Grundsätzlich frage ich mich bei jedem Angebot, ob ich den versicherten Schaden nicht im Notfall auch selbst tragen könnte. In der Regel schließe ich entsprechend keine Reiserücktrittsversicherungen ab. Den Schaden könnte ich verkraften. Ich würde eben nicht in Urlaub fahren. Das ist nicht schön, aber es würde mein Leben nicht nachhaltig verschlechtern. Dasselbe gilt für Reisegepäckversicherungen. So teure Sachen habe ich gar nicht mit, dass ich diese nicht auch ersetzen könnte. Ganz zu schweigen, dass die meisten Versicherungen teure Risiken im Gepäck auch gar nicht versichern.

 

Die eigene Sicherheit ausbauen

Viele dieser Versicherungen sichern ein Risiko ab, welches sich in wenigen tausend Euro bewegt. Mein Ziel ist es mir diese Sicherheit selbst aufzubauen. Das mache ich mit meiner Sicherheitsrücklage. Dann brauche ich selbst für mein Ende keine teure Sterbeversicherung, sondern meine Tochter wird aus dieser Rücklage auch ganz entspannt meine Beerdigung bezahlen können.

 

Was fehlt

In diesem Beitrag habe ich keine Kapitalversicherungen angeschaut. Die stehen für meine Begriffe noch auf einem anderen Blatt, weil sie eine Form der Geldanlage sind, die sich im Alter auszahlt. Wie gut oder wie schlecht, da habe ich selbst keinen Überblick drüber. Deshalb kann ich dazu im Augenblick auch nicht viel schreiben.

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Diskussionen

8 Gedanken zu “Versicherungen? Wie abgesichtert muss frau sein?

  1. hi,
    ich habe nur eine Rechtsschutzversicherung, meine Krankenkasse ohne Schnickschnackzusätze und sonst gar nix (Auto hab ich ja nicht) Damit bin ich jetzt jahrelang gut gefahren und hoffe das bleibt so.
    Als ich noch in Zürich lebte wurde bei mir eingebrochen, damals hatte ich noch eine Hausratsversicherung die auch anstandslos gezahlt hat, ist immer ein Abwägen.

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    Verfasst von Annabella | 2. Juli 2016, 14:46
  2. Hallo Miriam,

    ich bin bei allen Punkten voll bei dir.
    Die einzigen Versicherungen, die ich habe, sind ebenfalls BU, Kranken- und Haftpflichtversicherung.
    Kein Auto, daher keine KFZ-Versicherung. Mein nächstes Fahrrad werde ich jedoch mit einer Rundum-Sorglos-Versicherung ausstatten, die sowohl Diebstahl als auch Reparaturen abdeckt – in Berlin sicherlich von Vorteil.

    Viele Grüße
    Natascha

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    Verfasst von Natascha | 3. Juli 2016, 17:35
    • Hallo Natascha,

      bei meinen Recherchen habe ich dazu einen interessanten Vergleich gefunden, ich finde sie aber nicht mehr. Was ich aber im Kopf behalten habe, ist die Mindestentfernung vom Wohnort. Bei einigen Versicherung musst Du mit dem Fahrrad mindestens 50km vom Wohnort entfernt sein, damit ein Pannendienst kommt. Das ist ja eigentlich nur auf längeren Fahrradtouren der Fall. In Berlin braucht man wahrscheinlich eine, die ganz ohne Mindestabstand arbeitet. Danke Dir für Deinen Kommentar! Viele Grüße Miriam

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      Verfasst von Miriam - sucht die Altersvorsorge | 4. Juli 2016, 9:36
    • Salut, Natascha =)

      Was ist das für eine Versicherung fürs Fahrrad? Ich habe genau deswegen eine Hausratversicherung (inkl. Haftpflicht), die den Diebstahl auf jedem gesicherten Grundstück abdeckt und bin bisher (3 gestohlene Fahrräder, Berlin halt), glaub‘ ich, gut damit gefahren. Und falls doch die Bude abbrennt, krieg ich zumindest den Mindestbetrag für die Quadratmeter. Und welche Reparaturen? Bei nem soliden Bike sollte so schnell nichts anfallen. Ein/Zwei Mal im Jahr nen „Frühjahrsputz“ und Pannenschutz in den Reifen und man hat lange Freude, außer es ist plötzlich weg.

      Liebe Grüße und gute Fahrt, jule

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      Verfasst von Jule | 4. Juli 2016, 15:15
      • Hi Jule,
        so oft, wie ich schon einen Platten hatte, hätte sich eine Rundum-Fahrradversicherung mit Sicherheit schon gelohnt. Eine Freundin von mir ist mit https://www.wertgarantie.de/Home.aspx sehr zufrieden. Die leisten wohl auch, wenn das Bike von der Straße weggeklaut wird. Ich habe mittlerweile „unkaputtbare“ Reifen drauf, aber eine Dienstahlversicherung auch außerhalb von gesicherten Grundstücken ist vielleicht keine schlechte Idee.
        VG Natascha

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        Verfasst von Natascha | 4. Juli 2016, 18:24
  3. Liebe Miriam,

    ich belese mich selbst gerade zum Thema BU. Überprüfe bitte unbedingt mal, ob du die BU tatsächlich zusätzlich bekommen würdest, wenn du sie einmal brauchen solltest. Normalerweise wird die BU wohl mit der Grundsicherung verrechnet wie ich in einem anderen Blog (Finanzküche) erfahren habe.

    Gruß Susanne

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    Verfasst von Susanne | 1. Oktober 2016, 16:09

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