//
du liest...
Allgemein, Geld sparen

Wie wird man reich?

CIMG0709Die Formel für Reichtum ist eigentlich recht einfach. Mehr Einkommen – weniger Ausgaben und den Überschuss klug investieren. Viel Literatur und noch viel mehr im Netz gibt es zum Investment. Also zu den Geldanlagen in Form von Aktien, ETFs, Fonds oder Immobilien. Das ist ein Kapitel für sich, was wir in dieser Beitragsreihe mal nicht angehen wollen.

Warum nicht? Weil wir zu viele (besonders) Frauen kennen, die gleich abwinken und sagen, ich habe gar kein Geld zum Investieren. Ich komme gerade so über die Runden, Geld zum sparen bleibt bei mir nicht übrig. Also setzen wir hier erstmal beim Sparen an. Auch darüber scheiden sich die Geister. Das wollen wir auch gerne ergründen. Denn wenn es in Dir einen Widerstand gibt, der Dich vom Sparen abhält, dann kannst Du noch so viele Techniken anwenden, Dein Unterbewusstes wird Dich irgendwann wieder in den alten Zustand bringen. Spätestens, wenn die Waschmaschine kaputt ist und das mühsam ersparte für später ganz dringend für jetzt gebraucht wird. Aber dazu später mehr. Später mehr? Wir wollen hier in lockerer Reihenfolge in den nächsten Monaten unsere Tipps zum Sparen teilen. Dabei freuen wir uns natürlich sehr über Eure Erfahrungen und Praxistipps. Damit wir alle super fit im Sparen werden.

Warum überhaupt sparen?

Natürlich, der Klassiker: für die Rente. Da ist auch was dran.  Das staatliche Rentensystem wurde so gekürzt, dass wir in Zukunft nur noch mit weniger als 50% unserer Gehälter als Rente rechnen dürfen. Im Durchschnitt. Teilzeit macht sich bei Frauen dann auch noch verschärfend bemerkbar, da sie häufiger stundenreduziert arbeiten.

Dennoch ist es ein sehr vernunftbesetztes Thema, welches für viele weit weg liegt. Ist die Waschmaschine heute kaputt, wird die Entscheidung wahrscheinlich nicht für den Waschsalon und das Sparbuch für die Rente ausfallen. Letzteres wird eher geplündert werden. Wie trotzdem für die Rente vorsorgen? Mit einem automatischen Sparprodukt, an das man nicht so einfach rankommt. Das Sparbuch ist für die Rente eh nicht besonders hilfreich, weil die Zinsen viel zu niedrig sind. Aber ein ETF Sparplan, ein Riester- oder Rürupvertrag, das könnten Anlageformen sein, in die man jeden Monat einzahlt und bei denen die Entnahme vor der Rente zum Teil unmöglich, zum anderen Teil aber doch deutlich schwerer ist, als mal eben das Sparbuch zu plündern.

Ich glaube allerdings nicht, dass dieses vernunftbesetztes Ziel genug Energie in uns aufbringt, um mit Leidenschaft zu sparen. Es gehört dazu. Ja. Und es macht Sinn, dafür ein bisschen was zu Seite zu legen. Aber wenn ich mich Menschen rede, die gerne sparen, dann haben diese andere weitergehende Ziele:

Die Freiheit, nicht immer arbeiten zu müssen

Ein großes Ziel. Früher als mit Mitte 60 in Rente zu gehen. In der Regel wird dies mit finanzieller Freiheit beschrieben. Es muss zu einem bestimmten Zeitpunkt genug Geld da sein, um von den Kapitalerträgen leben zu können. Wenn man mit durchschnittlich 4% Rendite rechnet und davon ausgeht, dass man etwa 2.000€ im Monat zum Leben braucht, dann sind dies 600.000€ Vermögen. An diesen Zahlen kann man drehen. Man kann mit weniger oder mehr Geld pro Monat leben wollen. Man kann das Geld besser oder schlechter anlegen, entsprechend verändert sich die Rendite. In jedem Fall braucht es aber ein Vermögen, was vorher angespart und angelegt werden will. Menschen, die sich zum Ziel gesetzt haben, mit beispielsweise 50 aufzuhören, zu arbeiten, müssen vorher viel Sparen. Dafür kaufen sie zeitliche Freiheit, die sie ab einem bestimmten Zeitpunkt geniessen können. Eine Abwandlung kann natürlich auch die befristete Freiheit sein. Also bereits in jüngeren Jahren sich ein oder zwei Jahre als Auszeit zu nehmen und dafür Geld zu sparen. Die dafür benötigten Summen sind entsprechend viel kleiner und werden in der Zeit gewöhnlich ausgegeben.

Sich selbständig machen – endlich unabhängig sein

Für viele Unternehmensgründungen brauchen Menschen Geld. Auch Eigenkapital. Dafür lohnt es sich zu sparen. Selbst wenn man mit einem Kredit ein Unternehmen aufbaut, fragt der Kreditgeber nach eigenen Sicherheiten. Ein Weg, um auch herauszufinden, wie ernst es einem mit der Gründung und der Unternehmensidee ist.

Selbst wenn man kein Geld von der Bank braucht, brauchen die meisten Selbständigen Geld, um das eigene Leben zu finanzieren, bis alles läuft. Als Richtwert werden immer drei Jahre angegeben, in denen man zuschießen muss. Das muss nicht immer so sein, aber der große Schritt vom Angestelltendasein in die Selbständigkeit ist mit Rücklagen definitiv einfacher. Dafür lohnt es sich zu sparen. Die Energie hinter diesem Sparvorhaben ist in meinen Augen Unabhängigkeit, vielleicht auch Selbstverwirklichung, wenn eine neue Idee umgesetzt werden soll, die man in bestehenden Firmen nicht unterbringen will oder kann.

Das eigene Haus

Die Ziele ein eigenes Haus zu besitzen, sind vielschichtig. Es ist wahrscheinlich der Inbegriff für sesshaft werden, des Versorgens einer Familie, der Selbstverwirklichung und auch der Zugehörigkeit. Vielleicht gibt es aber auch noch viele andere Ziele, die Menschen verwirklichen, in dem sie ein eigenen Haus kaufen oder bauen.

Für dieses Ziel schließen Menschen in jungen Jahren Bausparverträge ab oder sparen auf anderen Wegen. Die Sparphase ist hier relativ kurz, da in der Regel ein Haus bis Mitte 30, spätestens 40 gekauft sein sollte. Zumindest wenn das Haus auch kreditfinanziert werden soll. Denn Kredite benötigen je nach Tilgung 30 Jahre, bis sie abbezahlt sind. Da finanziert eine Bank ungern, wenn sie weiß, dass am Ende der Tilgung statistisch wenig Leben übrig bleibt.

Durch den Kredit muss man allerdings auch nicht den gesamten Kaufpreis zusammensparen, sondern in der Regel nur 20%. So als Richtwert. Je mehr, desto besser.

Je nachdem, wie groß der Traum von der eigenen Immobilie ausfällt, geht auch später alles Geld in die Kreditfinanzierung. Je nach Lage der Immobilie kann dies eine gute Geldanlage sein oder eben auch nur eine ideale Form zum Leben ohne Wertsteigerung. Es macht Sinn, sich bei der Entscheidung für ein bestimmtes Objekt über die Wahrscheinlichkeiten der Wertsteigerung Gedanken zu machen. Zumindest, wenn man die Immobilie auch als Geldanlage verstehen will.

Mit Erspartem große Träume verwirklichen

Manchmal sind es auch „nur“ große Träume, die einem zum sparen bewegen. Das kann eine Weltreise sein, ein neues Auto oder eine neue Küche. Eben Wünsche, die größer sind. Für die es sich lohnt zu sparen. Einen extra Sparplan für neue Schuhe einzurichten, wäre sicher überdimensioniert. Die Wünsche können schon ein bisschen größer sein. Außer bei Kindern. Hier ist es, finde ich, sehr lebensleitend, zu lernen, dass es sich lohnen kann, Geld zu sparen. Um sich dann einen kleinen oder großen Traum verwirklichen zu können. Die meisten „natürlichen“ Sparer, die sich dies also nicht erarbeiten müssen, haben bereits als Kinder Geld für kleine Träume gespart und können sich da auch noch dran erinnern.

Die Nie-Wieder Sparer – Sicherheit ist das Höchste

Sie werden immer älter und haben dennoch oft ihren Kindern etwas mitgegeben. Die Menschen, die den 2. Weltkrieg und den Mangel danach miterlebt haben. Ihr vordingliches Ziel ist Sicherheit. Aus der Reihe Nie wieder Krieg, Nie wieder hungern, Nie wieder Mangel. Mit möglichst viel Erspartem schaffen sie sich die gefühlte Sicherheit, für schlechte Zeiten gewappnet zu sein.  Das in Deutschland gerade relativ viel vererbt wird, verdanken die Erben diesen Menschen. Sie schaffen es oft auch im Alter nicht, aus ihren Gewohnheiten herauszutreten und sich so sicher zu fühlen, dass sie ihr Vermögen genießen und ausgeben könnten.

Ihre Werte und ihr Sicherheitsbedürfnis haben sie oft den nachfolgenden Generationen mitgegeben. Hier fällt sparen nicht schwer, es liegt diesen Menschen im Blut. Das Ziel dahinter ist Sicherheit. Weil es ein sehr diffuses Ziel ist, ist es auch nicht wirklich erreichbar. Habe ich Sicherheit, wenn ich 20.000 € angelegt habe, 200.000 € oder zwei Millionen? Die Grenze ist nicht auszumachen. Für Aussenstehende wirkt das oft gierig oder geizig. Ist es aber nicht, es wird immer mehr in das Sicherheitskonto eingezahlt, weil das eben nicht voll genug sein kann. Das Ziel ist hier übrigens unbewusst, es wird meist nicht reflektiert. Und es trifft auch nicht auf alle Menschen zu, die den Krieg erlebt haben.

Was ist Deine Motivation zu sparen? Was könnte noch zum Sparen motivieren? Ich freu mich auf Deine Ergänzungen in den Kommentaren.

 

Advertisements

Über Gisela Enders - Coach

Coach, Autorin, Bloggerin

Diskussionen

12 Gedanken zu “Wie wird man reich?

  1. Hallo Gisela,

    ein schöner Einstieg in ein wichtiges Thema. Und Deine Herangehensweise finde ich prima! Motivation ist (wie so oft im Leben) das A und O. Wir können hier Tipps über Mobilfunkverträge, Zahlungsrhythmen oder was weiß ich austauschen, aber ohne den Willen, davon auch langfristig zu sparen, wird das nichts. Also Motivation!

    Als Kind hatte ich nie viel eigenens Geld von meinen Eltern bekommen. Dafür wurde bei grundlegenden Dingen (Kleidung, Schulsachen etc.) alles bezahlt. Meine „Kindheitsträume“ musste ich mir aber selbst ersparen: Die erste eigenen Stereoanlage, der erst PC – dafür habe ich monatelang alles gespart, was es zu Weihnachten oder zum Geburtstag von der Verwandschaft gab. Auch kleine Geldquellen wie Baumarktinventuren oder Nachhilfestunden haben mich meinen „Träumen“ näher gebracht. Daher ist das Spar-Gen bei mir bereits von den Eltern angelegt worden. Der neidische Blick des Jugendlichen, wenn Freunde einfach mal so einen ähnlichen Wunsch von ihren Eltern geschenkt bekommen haben, ist dem dankbaren Blick des Erwachsenen gewichen. Ich bin froh, dass ich mir Dinge „ersparen“ musste. Heute kann ich gar nicht mehr anders als alles Überschüssige zu sparen.

    Die wichtigsten Gründe für’s Sparen hast Du schon genannt. Deine Liste möchte ich ergänzen um das Gefühl, dass mich finanzielle Engpässe überhaupt nicht mehr aus der Fassung bringen können. Die Waschmaschine klingt komisch? Egal – wenn sie kaputt geht, ist genug da, um eine neue zu kaufen. Das Auto kommt so langsam in die Jahre? Egal, der hält schon noch ein wenig und selbst wenn, dann ist auch dafür eine Rücklage da. Der Chef zickt seit ein paar Wochen rum oder in der Presse ist schon wieder von Entlassungsgedanken im Betrieb zu lesen? Egal, ein paar Monate käme ich auch ohne Arbeit und sogar ohne staatliche Hilfen alleine über die Runden. Mich entspannt dieses Gefühl enorm, nicht Spielball von finanziellen Zwängen zu sein. Ein US-Blogger nennt das ganze „Fuck-you-Money“ und bringt es (bezogen auf den Bereich der Arbeitswelt) ziemlich auf den Punkt – ich habe es versucht mit mehr political correctness zu äußern ;-).

    Bin gespannt auf die nächsten Folgen.

    Liebe Grüße
    Dummerchen

    Gefällt mir

    Verfasst von Dummerchen | 10. Juni 2016, 15:01
    • Danke für den Einblick in Deine Lage und für den weiteren Aspekt, warum man Geld auf der hohen Kante haben will. „Fuck-you money“ ist doch mal eine schöne knappe amerikanische Zusammenfassung. Thanks Gisela

      Gefällt mir

      Verfasst von Gisela Enders - Coach | 10. Juni 2016, 15:30
  2. Hi Gisela,
    wie Dummerchen schon erwähnt hat, hängt mit dem Sparen eher eine Kindheitsprägung die Zügel in der Hand, nicht die Motivation. Ich bin mit eigentlich wohlhabenden Eltern aufgewachsen, aber meine Mutter hatte als Nachkriegsgeneration einen seltsam ausgeprägten Sparzwang (seltsam deshalb, weil in manchen Bereichen total übertrieben, in anderen wieder gar nicht). Jedenfalls hab ich als Kind nur Second Hand Klamotten getragen, während wir zwei Mercedes in der Garage hatten, ich hatte nie die coolen Dinge, die andere Kids einfach so hatten, dafür eine megateure instrumentale Ausbildung. Wie das nun mal so ist als unbewußter Jugendlicher, habe ich mich ständig im Mangelgefühl wiedergefunden und rutsche auch heute noch schnell da rein. Egal, wie sehr ich sparen möchte, aber ich brauche dann doch dringen diese Klamotten, damit ich mich nicht wieder als Nerd und Außenseiter fühle.

    Inzwischen habe ich gelernt, besser einzukaufen und kann so besser sparen. Aber es kommen doch immer wieder Wünsche und Ideen auf, die ich dringends erfüllen muss… ich komme mir zwar langsam auf die Schliche und kann die Zwänge aussetzen, aber es hat leider nichts mit der Motivation zu tun.

    Seltsamerweise habe ich mir auch jetzt ein ähnliches Leben wie damals aufgebaut – oft befinde ich mich in einer luxuriösen Umgebung durch die Auftritte, aber ich selbst hätte nie das Geld, um mir diese Umgebung selbst zu leisten. Das finde ich jetzt aber nicht so schlimm 😉

    Gefällt mir

    Verfasst von Marie | 12. Juni 2016, 17:31
    • Liebe Marie,

      ja, ich konzipiere gerade einen Beitrag zum Spartrieb von Kriegskindern und wie sich das auf die Kriegsenkel (also in vielen Fällen uns) auswirkt. Du hast da eine interessante Botschaft mitbekommen und wahrscheinlich ist es ein bisschen Arbeit, die Glaubenssätze, die sich bei Dir in der Kindheit entwickelt haben, zu entwirren. Was macht vom Verhalten Deiner Mutter Sinn, was nicht. Wobei Du ja schon sagst, dass Du es nicht schlimm findest. Das ist ja schon mal eine gute Grundlage.
      Viele Grüße Gisela

      Gefällt mir

      Verfasst von Gisela Enders - Coach | 12. Juni 2016, 17:36
      • Hi Gisela,
        schlimm finde ich es schon – ein Mangelgefühl fühlt sich nicht toll an 😉 Und mir fällt sparen super schwer, weil es für mich gleich mit Mangel gesetzt ist. Ich schaffe es zwar, immer einen gewissen Betrag zur Seite zu legen, doch dann kommt immer was besonderes (wie zB die Waschmaschine, oder Fahrrad oder Umstellung im Job), die ein weiteres Erhöhen des Fuck-You-Moneys wieder aussetzen lassen (oder der Sparrate, oder der Altersvorsorge).

        Schlimm finde ich nicht, dass ich mich oft in luxuriösen Umgebungen aufhalten darf – wie zB Kreuzfahrtschiffen, Schlössern oder ähnlich schönen Auftrittsorten. Aber auch hier hängt es zB noch sehr an der Wertschätzung und der damit verbundenen finanziellen Honorierung meiner Arbeit, die auch durch das Fehlverhalten im Elternhaus geprägt ist.

        Aber ich bin dran und es wird natürlich auch besser. Kontinuierliches Lesen von Finanzblogs zb hat schon sehr viel getan und ich erkenne jetzt zb im Vergleich mit meinem Bruder, dass ich schon ein ganz anderes Mindset zum Geld habe, als vorher.

        Danke auch daher an euch 🙂 Weiter schreiben, ihr helft mir ganz viel!

        Gefällt mir

        Verfasst von Marie | 12. Juni 2016, 17:43
      • Hallo Marie,

        ich nehme das mal mit um noch mehr zum Entdecken und Verändern von Glaubenssätzen zu schreiben. Da ist noch ein bisschen Veränderung drin, wenn Du gerne Deine Situation verändern willst. In den nächsten Monaten kommt da dann mal was. Tschüs Gisela

        Gefällt mir

        Verfasst von Gisela Enders - Coach | 12. Juni 2016, 17:46
      • Ja zur Veränderung von Glaubenssätzen wäre ein Artikel toll…Glaubenssätze erkennen, darin bin ich schon ganz gut, aber loswerden ist immer noch schwierig… 🙂

        Gefällt mir

        Verfasst von Marie | 12. Juni 2016, 17:50
  3. Hallo Gisela,
    Sehr interessanter Aritkel – ich in gerade auf Euren Blog gestoßen und begeistert (obwohl ich ein Mann bin ;-))
    Ich glaube, die Motive zu sparen sind vielfältig von antrainiertem Verhalten wie bspw. in der Nachkriegszeit, bis hin zum Wunsch nach finanzieller Freiheit. Letzterem habe ich mich verschrieben und schreibe dazu folgenden Blog:https://meinefinanziellefreiheit.com
    Freue mich, wenn Du bei mir vorbeischaust!
    Viele Grüße,
    FF

    Gefällt mir

    Verfasst von finanziellefreiheit | 17. Juli 2016, 10:52
    • Hallo FF,

      danke für Dein Feedback. Wir freuen uns, wenn Dir unsere Seite gefällt. Auch wenn unser Fokus auf Frauen liegt, dürfen selbstverständlich auch alle Anderen Anregungen und Ideen mitnehmen und mit uns diskutieren. Ich war auch gerade (nicht zu ersten Mal) auf Deiner Seite. Was ich nicht gefunden habe, ist ein Impressum. Hab ich es nur übersehen. Ich hätte Dich gerne mit Namen angesprochen.

      Viele Grüße
      Gisela

      Gefällt mir

      Verfasst von Gisela Enders - Coach | 17. Juli 2016, 11:01
  4. Hallo Gisela,
    bis auf die Riester- und Rürupverträge mag ich deinen Artikel sehr. Ein Freund von mir sagt, es gibt auch Fuck you Verträge und da bist Du mitten drin. Die ETF-Sache ist schon was viel besseres.

    Ich komme aus einer Familie, wo sehr viele Sparen wie ein Wesen aus einer anderen Welt angesehen haben. Speziell meine Mutter hat in ihrem ganzen Leben nichts gespart und wenn sie irgendwo mal Geld bekommen hat, war es in Lichtgeschwindigkeit ausgegeben. Ich würde sagen, bis das ich 16 Jahre war, war alles permanent pleite. Ich selber bin da etwas aus der Art geschlagen, weil ich schon immer gut mit Zahlen umgehen konnte. Trotzdem habe ich lange nie wesentlich was gespart, aber viel spekuliert und dann den Rest in meine Unternehmen reingesteckt.

    Das hat sich aber dann geändert und ich fing irgendwo an. Ich glaube, wenn man am Anfang steht und 100 oder 200 EURO spart, was definitiv nicht sehr viel ist, dann ist das eine recht langweilige Geschichte. Was soll schon passieren, wenn ich es aufs Tagesgeld stecke oder mir 2 ETF-Scheine kaufe? Ich denke, der Anfang ist das schwerste und man braucht eine Morivation bzw. Ziel. Ohne dem kannst Du das mit dem Sparen knicken, das ist ungefähr so, wie viele ganz enthusiastisch ein Sportstudio-Abo für 50 EURO/Monat abschliessen, zweimal hingehen und dann den Blödsinn zahlen.

    Mein erstes Ziel damals waren die 10.000 EURO. Fünfstellig, Geld mit dem Du schon ein bissl was machen kannst. Danach 20.000 EURO. Da hatte ich zum ersten mal das Gefühl: Oliver, jetzt bist Du unterwegs und hörst auch nicht auf. Habe mir das Buch von Buffet gekauft und durchgelesen. Der Berühmte Satz mit den 100.000 $ als schwerste Hürde hat mich motiviert. Aber eigentlich hatte ich mein wichtigstes Erlebnis bei 50.000 EURO: Mir kann unmittelbar finanziell nichts mehr passieren kann. Waschmaschinen brauchen mich nicht zu interessieren und wenn ich mal einen Auftrag nicht bekomme (das Problem ist bei mir in der IT eher umgekehrt), dann ist es auch wurscht. Ziel ist es bei mir gewesen, finanziell frei zu werden. Ich stehe jetzt etwa 3 Jahre davor und muß sagen, je größer mein Depot geworden ist, desto mehr motiviert bin ich. Ermüdungserscheinungen hatte ich eher am Anfang. Aber weil gerade fast täglich inzwischen irgendeine Dividende reinkommt, sehe ich, dass die ganze Sache immer besser arbeitet und ich mir ständig Gedanken machen darf, wie ich weiter anlege.

    Dieses Sparen ist am Anfang echt schrecklich, zumindest war es bei mir so. Geholfen hats mir, dass ich damals beim Start so viel zu tun hatte und nicht viel darüber nachdenken konnte. Das war mein Glück. Ich kenne aber einige, wenn sie dann dir 50.000 geknackt haben, dass sie sehr fokusiert werden. War bei mir auch so, obwohl ich nicht so zielgerichtet bin wie einige in anderen Finanzblogs, die bis 70% ihres Einkommens sparen. Aber ich finde, 40% sind auch OK. Der zweite Fokus beim Sparen ist für mich genauso wichtig: Genug Geld verdienen, um auch anständige Summen weglegen zu können. Übrigens bei vielen Frauen ein stark unterschätztes und vernachlässigtes Thema.

    So, genug der Worte. Ich finde es zumindest schön, dass sich anscheinend auch ein paar Frauen Gedanken machen. Eine von euch hats ja schon geschafft.

    Viele Grüße
    Oliver

    Gefällt 1 Person

    Verfasst von Oliver | 21. September 2016, 17:59
  5. Interessantes Thema!

    Gefällt mir

    Verfasst von minimalismus | 15. Dezember 2017, 0:20

Trackbacks/Pingbacks

  1. Pingback: Unsere besten 5 – Rückblick und Ausblick zum Jahreswechsel | KLUNKERCHEN - 1. Januar 2017

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

Gib deine E-Mail-Adresse ein, um diesem Blog zu folgen und per E-Mail Benachrichtigungen über neue Beiträge zu erhalten.

Jetzt das neue Buch von Gisela bestellen:

Bei Amazon auch als E-Book erhältlich

Monika erzählt ihre Lebensgeschichte:

Advertisements
%d Bloggern gefällt das: